DWS Anlagethemen vom 02.06.2026
Seit Auflegung am 2. Mai 2011 navigiert das Portfoliomanagement-Team den DWS Concept Kaldemorgen diszipliniert durch massiv wechselnde Marktbedingungen. Immer im Blick: ein ausgewogenes Risiko-Rendite-Profil für den Anleger. Zum Jubiläum spricht der Portfoliomanager Christoph Schmidt über wichtige Lehren aus vergangenen Marktphasen, erfolgreiche Entscheidungen im vergangenen Jahr und die Bedeutung von Teamarbeit.
Interview mit Fondsmanager DWS Concept Kaldemorgen Christoph Schmidt
Christoph, der DWS Concept Kaldemorgen feiert seinen 15. Geburtstag. Welche Gedanken haben in dem damaligen Marktumfeld zur Auflegung des Fonds geführt?
2011 war geprägt von Nachwirkungen der Finanzkrise und einer enormen Unsicherheit an den Märkten. Uns war damals klar, dass viele Anleger Lösungen suchen, die nicht starr an einer Benchmark hängen, sondern aktiv Risiken steuern können. Die Idee der Kaldemorgen‑Strategie war deshalb von Beginn an, Renditechancen flexibel über verschiedene Anlageklassen hinweg zu nutzen, ohne dabei die Risikosteuerung aus den Augen zu verlieren. Dass daraus ein Fonds entstanden ist, der heute auf 15 Jahre Historie und ein Fondsvolumen von 15 Milliarden Euro zurückblicken kann, bestätigt diesen Ansatz.
15 Jahre am Markt bedeuten auch, viele Extremphasen erlebt zu haben – Eurokrise, Pandemie, Inflation, Zinswende. Was ist entscheidend, um den Fonds auch in schwierigen Zeiten robust und erfolgreich zu steuern?
Gerade die schwierigen Phasen sind im Rückblick die lehrreichsten. In solchen Situationen zeigt sich, wie wichtig Diversifikation, Disziplin und ein funktionierendes Risikomanagement sind. Für uns war entscheidend, nicht in Aktionismus zu verfallen, sondern ruhig und strukturiert vorzugehen. Diese Herangehensweise hat sich immer wieder bewährt.
Viele der Krisen der vergangenen 15 Jahre haben gezeigt, wie wichtig Risikosteuerung ist. Gleichzeitig gilt langfristig: Ohne Aktien geht es nicht. Wie bringst du diesen Spagat im Fonds zusammen?
Gerade über lange Zeiträume sind Aktien der zentrale Renditetreiber – und aus unserer Sicht unverzichtbar, um nach Inflation reale Vermögenszuwächse zu erzielen. Entscheidend ist jedoch, wie man Aktien ins Portfolio integriert. In unserem Ansatz geht es nicht darum, Aktienrisiken zu vermeiden, sondern sie bewusst zu steuern. Wir investieren gezielt in Aktien, behalten dabei stets die Risiken im Blick und prüfen ihre Attraktivität im Vergleich zu anderen Anlagen – mit dem Ziel, den Fonds langfristig stabil aufzustellen.ndsmanager DWS Concept Kaldemorgen Christoph Schmidt
Seit November 2025 bist du alleiniger Portfoliomanager des Fonds und Klaus Kaldemorgen hat die Rolle des Kapitalmarktstrategen übernommen. Wie hat sich die Zusammenarbeit verändert?
Ganz ehrlich: Inhaltlich hat sich nichts geändert. Die Übergabe war lange vorbereitet, und Klaus Kaldemorgen ist weiterhin eng in die Diskussionen eingebunden. Als Kapitalmarktstratege bringt er seine über 43‑jährige Erfahrung regelmäßig ein, während die finalen Anlageentscheidungen für den Fonds bei mir liegen. Philosophie, Investmentprozess und Team sind unverändert geblieben.
Stichwort Team: Wie wichtig ist der Teamansatz und was zeichnet die Zusammenarbeit konkret aus?
Der Teamansatz ist für uns absolut zentral. Der Fonds war nie als „One-man-show“ gedacht, sondern lebt von der engen Zusammenarbeit von Aktien‑ und Anleihe-Experten im Multi Asset Total Return Team. Unterschiedliche Perspektiven fließen in jede Investmententscheidung ein und werden offen diskutiert. Ein besonderer Bestandteil ist zudem unser integriertes Risikomanagement, das fest im Anlageprozess verankert ist. Es soll dafür sorgen, dass wir Chancen nutzen können, ohne das Gesamtrisiko aus dem Blick zu verlieren. Diese Kombination aus Spezialisierung, Teamdiskussion und klaren Risikoleitplanken ist aus meiner Sicht einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren der Strategie.
Blicken wir auf das letzte Jahr zurück: Was hat aus deiner Sicht besonders gut funktioniert?
Eine wichtige Entscheidung war die frühzeitige Reduktion unseres US‑Dollar‑Engagements, mit der wir bereits vor dem Liberation Day begonnen haben. Wir haben den US-Dollar nicht nur als Chance, sondern zunehmend auch als Risikofaktor gesehen.
Wichtig ist dabei: Wir betrachten Währungen bewusst als eigenständigen Risikobaustein im Portfolio. Durch die Reduktion konnten wir die Volatilität spürbar senken und in turbulenten Marktphasen ruhiger agieren. Rückblickend hat uns dieser Schritt geholfen, das Portfolio robust zu halten.
Die US-Dollar‑Reduktion zeigt, wie stark Erfahrung und Prozess zusammenspielen. Wenn du einen Schritt zurückgehst: Welche Lehren aus vergangenen Marktphasen haben deine Arbeitsweise als Portfoliomanager besonders geprägt?
Die eigenen Überzeugungen jeden Tag zu hinterfragen und Entscheidungen auch unter erheblicher Unsicherheit zu treffen, sind für mich die entscheidenden Voraussetzungen um als aktiver Manager langfristig im Wettbewerb bestehen zu können. Diese Anpassungsfähigkeit haben wir in den letzten 15 Jahren immer wieder unter Beweis gestellt und wollen uns auch in Zukunft daran messen lassen.
Die derzeitige Marktlage ist nach wie vor sehr schwierig. Was bedeutet das für die aktuelle Positionierung und wo siehst Du derzeit wieder Chancen?
Nach einem zunächst positiven Jahresstart belastete die Eskalation des Iran‑Konflikts die Kapitalmärkte im März spürbar. Im DWS Concept Kaldemorgen haben wir in dieser Phase zunächst taktisch über alle Anlageklassen hinweg Positionen reduziert. Angesichts der weiterhin ausgewogenen Positionierung mit einer Aktienquote von über 35% konnte der Fonds wiederum an der Markterholung im April gut partizipieren und liegt damit seit Jahresbeginn mit einem Plus von 1,5% (LC Anteilsklasse) klar im positiven Bereich.
Zum Abschluss: Was wünschst du dir für die nächsten Jahre des Fonds?
Ich wünsche mir, dass wir der DNA des Fonds treu bleiben: flexibel, diszipliniert und risikobewusst. Wenn wir es schaffen, weiterhin ruhig durch volatile Marktphasen zu navigieren und damit gute Wertentwicklung zu erzielen, dann erfüllen wir genau den Zweck, für den der DWS Concept Kaldemorgen vor 15 Jahren gedacht war.