Bank of Japan weiter auf Zinsanhebungskurs

Allianz Global Investors

Allianz Global Investors "Die Woche voraus" vom 23.01.2026

Die Bank of Japan (BoJ) dürfte ihren Leitzins, den unbesicherten Tagesgeldsatz, auch 2026 weiter anheben und ihre ultralockere Geldpolitik so Schritt für Schritt zurücknehmen. Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung am Markt will sie mit dieser Leitzinsnormalisierung unseres Erachtens nicht die Binnennachfrage dämpfen, sondern den Verkaufsdruck auf den japanischen Yen (JPY) und auf lang laufende japanische Staatsanleihen (JGBs) abmildern.

Die Gesamtrate der Verbraucherpreisinflation (VPI) liegt in Japan seit über drei Jahren über dem Zielwert der BoJ, sodass die Bank of Japan nach Auffassung des Markts derzeit „hinter die Kurve“ zurückgefallen ist. Den Daten zufolge hat sich die Korrelation zwischen der japanischen Potenziallücke und dem Inflationstrend seit 2020 vollständig aufgelöst. Daher lässt sich durchaus bezweifeln, dass die Inflation vor allem von der Nachfrageentwicklung getrieben wird. Im Gegensatz dazu ist die Korrelation zwischen dem US-Dollar/Yen-Wechselkurs (USD-JPY-Wechselkurs) und dem Inflationstrend sowohl vor als auch nach der Coronapandemie intakt geblieben. Das spricht dafür, dass der Preisdruck in Japan wohl eher durch die deutliche, durch eine Ausweitung der USD-JPY-Zinsdifferenz ausgelöste Abwertung des JPY gegenüber dem US-Dollar im Jahr 2022 verursacht wurde.

Aus unserer Sicht findet bei den Inflationsursachen gerade eine Verschiebung von der Kosten- zur Nachfrageseite statt, und die Bank of Japan hat bei der Leitzinsnormalisierung sehr sorgfältig darauf geachtet, diesen Prozess nicht zu stören. Lohnsteigerungen, die sich aus dem kostenseitig verursachten Preisdruck und dem strukturellen Mangel an Arbeitskräften ergeben, können zu einer positiven Lohn-Preis-Spirale führen, dank derer das Inflationsziel der BoJ von 2% erreicht wird. Die Marktkräfte führen jedoch zu Druck auf den JPY und treiben die Renditen von lang laufenden JGBs nach oben. Die BoJ muss handeln, damit es nicht zu einer weiteren Runde mit importierter Inflation und steigenden langfristigen Finanzierungskosten kommt. Wir prognostizieren zwei Zinserhöhungen der BoJ um jeweils 25 Basispunkte (Bp.) auf 1,25% bis Ende 2026. Außerdem hat sich das Risiko von Interventionen des Finanzministeriums (MoF) am Devisenmarkt erhöht, da sich der USD/JPY-Wechselkurs seinem früheren Höchststand von rund 162 annähert.

Die expansive Fiskalpolitik von Premierministerin Sanae Takaichi verstärkt den Marktdruck zusätzlich, sodass die Herausforderungen für die BoJ zunehmen. Der Nachtragshaushalt für das Fiskaljahr (Fj.) 2025 und der angeblich vom Kabinett Takaichi bereits genehmigte Haushaltsentwurf für das Fj. 2026 haben zu einer Verkaufswelle bei lang laufenden JGBs geführt, was die langfristigen Renditen nach oben getrieben hat. So entsteht Zinsanhebungsdruck auf die BoJ, damit die Laufzeitprämien für JGBs unter Kontrolle bleiben. Japanische Anleihen und der Yen bleiben also unter Druck, japanische Aktien dagegen sollten von der Aussicht auf höhere Staatsausgaben profitieren.

Am 17. Januar kündigte US-Präsident Donald Trump eine Zollerhöhung um 10 Prozentpunkte an, die zum 1. Februar auf Importe aus acht europäischen Ländern gelten soll (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen), die sich gegen den von ihm geplanten Kauf Grönlands ausgesprochen haben. Ist Präsident Trump damit einen Schritt zu weit gegangen?

Die Woche voraus

In der kommenden Woche stehen in den USA vor allem die Entscheidung des Offenmarktausschusses (FOMC) sowie die Auftragseingänge für dauerhafte Gebrauchsgüter und die Beschäftigungsdaten an. In Europa werden Stimmungsindikatoren und Daten zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im vierten Quartal veröffentlicht, in Japan Beschäftigungszahlen und Einzelhandelsumsätze.

In den USA werden die Auftragseingänge für dauerhafte Gebrauchsgüter im November am Montag Aufschluss über die Dynamik im verarbeitenden Gewerbe geben. Außerdem gibt es in den USA am Dienstag den Verbraucherklimaindex für Januar und am Donnerstag die aktuellen Zahlen zu den Erst- und Folgeanträgen auf Arbeitslosenunterstützung. Am Mittwoch wird der Markt gespannt auf die FOMC-Entscheidung blicken, wobei jedoch bei dieser Sitzung wohl nicht mit einer Änderung der Fed Funds Target Rate zu rechnen ist.

Im Euroraum werden am Freitag die vorläufigen Schätzungen für das BIP-Wachstum im vierten Quartal veröffentlicht. Außerdem werden die Geschäftsklima-, Stimmungsund Verbraucherklimaindizes für Januar bekanntgegeben. Ebenfalls am Freitag stehen in Japan Zahlen zum Verhältnis zwischen offenen Stellen und Bewerbungen sowie die Arbeitslosenquote und die Einzelhandelsumsätze für Dezember an.

Ich wünsche Ihnen für diese Woche gute Gewinne!

Christiaan Tuntono
Senior Economist, Asia Pacific

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