DWS Private Altersvorsorge vom 19.01.2026
Die geplante Rentenreform der Bundesregierung soll die private Altersvorsorge in Deutschland grundlegend modernisieren und greift die seit Langem vorhandenen Verbesserungsvorschläge auf. Aus Sicht der DWS ist dies der richtige Schritt: Wir werden uns für eine schnelle Umsetzung engagieren.
Chancen, Vorteile und Antworten auf die wichtigsten Fragen
1. Was bringt die geplante Rentenreform?
Die Riester-Rente hat die Erwartungen nicht erfüllt. Das Altersvorsorgedepot soll sie ablösen. Die wichtigsten Neuerungen und Ziele sind:
- Mehr Kapitalmarkt, mehr Renditechancen
Die Reform erkennt an, dass langfristige Vorsorge von Kapitalmarktchancen lebt – und dass bisherige Regeln, insbesondere die starre 100-Prozent-Beitragsgarantie, die Renditen zu stark begrenzt haben. - Weniger Bürokratie, nachvollziehbarere Förderung
Bürger sollen künftig leichter verstehen können, wie der Staat sie beim Sparen unterstützt. Weniger Hürden und die Einführung eines Standardprodukts als Basisversion sollen Verbreitung und Transparenz erhöhen. - Mehr Flexibilität, modernere Produkte
Sowohl in der Anspar- als auch in der Auszahlphase sollen künftig kapitalmarktbasierte Lösungen zugelassen sein. Damit erkennt die Reform an, dass auch in der Rentenbezugsphase Kapitalmarktchancen ergriffen werden sollten.
2. Welche Produktmerkmale sind besonders wichtig?
Die starre 100-Prozent-Bruttobeitragsgarantie gehört mit der Reform, die 2027 in Kraft treten soll, der Vergangenheit an. Sie setzt bewusst auf eine Kapitalmarktorientierung – ein zentraler Vorteil gegenüber bisherigen Systemen. Das geplante Altersvorsorgedepot kann damit flexibler investieren und damit höhere Renditechancen mitnehmen.
Dennoch haben Anleger, denen die Risiken an den Kapitalmärkten zu hoch erscheinen, die Möglichkeit, sich für eine Beitragsgarantie in Höhe von 80 oder 100 Prozent zu entscheiden.
Doch warum sind weniger Garantien letztlich sinnvoll? Wird das Anlegen damit nicht riskanter? Bei einem sehr langen Zeithorizont wie der Altersvorsorge eher nicht.
Wer zu stark auf sicherheitsorientierte Anlagen wie zum Beispiel Fest- und Tagesgeld setzt, verzichtet meist auf einen Teil der möglichen Rendite. Außerdem sind langfristige Garantien teuer und werden indirekt vom Sparer bezahlt. Die bisherige 100-Prozent-Beitragsgarantie bei Riester-Verträgen zwang Anbieter, überwiegend in sicherheitsorientierte Anlagen zu investieren – selbst bei jahrzehntelangem Anlagehorizont – und galt daher als Renditebremse.
Sparer können vom Zinseszinseffekt profitieren, wenn die erwirtschafteten Erträge jeweils reinvestiert werden. Je länger die Anlagedauer, desto stärker kann der Zinseszinseffekt wirken.
3. Was ist beim Aufbau einer privaten Altersvorsorge wichtig?
Für eine erfolgreiche private Altersvorsorge gelten drei Grundprinzipien:
- Früh starten
Je früher Anlegerinnen und Anleger beginnen, desto länger kann ihr Kapital wachsen. Denn: Der Zinseszins ist der größte Renditetreiber. - Breit diversifizieren
Ein ausgewogenes Portfolio aus verschiedenen Assetklassen kann das Risiko senken. - Kosten im Blick behalten
Niedrigere Kosten erhöhen die Nettorendite. Moderne, kapitalmarktorientierte Vorsorgeprodukte könnten hier oft Vorteile bieten.
Das neue Altersvorsorgedepot geht hier in die richtige Richtung – mit einer Produktarchitektur, die Chancen priorisiert, aber gleichzeitig dafür sorgt, dass angespartes Vermögen nicht zweckentfremdet wird: zum Beispiel Sperrfrist bis zum Rentenalter und begrenzte Ausnahmen für Entnahmen.
4. Warum ist die Reform unserer Rente so wichtig?
Der demografische Wandel, insbesondere eine alternde Bevölkerung sowie eine sinkende Zahl Erwerbstätiger im Verhältnis zu Rentnern, belastet Umlage-Rentensysteme wie das in Deutschland stark. In diesem Kontext gewinnen kapitalgedeckte Systeme an Bedeutung: Sie können helfen, Versorgungslücken zu schließen und Rentensysteme langfristig zukunftsfähig zu machen.
„Mit der Rentenreform kommt das neue, kapitalmarktorientierte Altersvorsorgedepot. Dank neuer Garantie-Regeln und weniger Einschränkungen kann es Sparern mehr Renditechancen und Flexibilität bieten als die Riester-Rente."
Björn Deyer
Leiter Altersvorsorge und Versicherungen, DWS
5. Wie flexibel ist das geplante Altersvorsorgedepot?
Das neue Altersvorsorgedepot soll deutlich flexibler als die Riester-Rente sein, sowohl bei der Anlage als auch in der Auszahlphase.
1) Individuelle oder automatische Anlagewahl:
Sparer können aktiv eine eigene Fonds-Auswahl treffen oder sich für ein Lebenszyklusmodell mit automatischer Risikosteuerung entscheiden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, zwischen mehreren Risikoprofilen flexibel zu wechseln.
2) Neue Optionen in der Auszahlphase:
Erstmals sollen fondsbasierte Auszahlpläne zugelassen werden, was einen bedeutenden Fortschritt gegenüber den bisher verpflichtenden, lebenslangen Rentenzahlungen darstellt.