Energie ist der Schlüsselfaktor für Europa

FIDUKA

FIDUKA “Das Investment” vom 13.04.2026

Die Blockade der Straße von Hormus zeigte einmal mehr, wie abhängig Europa von ausländischen Energielieferungen ist. Marco Herrmann sieht nun interessante Investmentchancen.

Durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran ist die Lage an den Energiemärkten erneut fragiler geworden. Bereits die Corona-Pandemie hatte die Verwundbarkeit globaler Lieferketten in Krisenzeiten offengelegt. Zwei Jahre später hat der russische Angriff auf die Ukraine gezeigt, wie wichtig eine belastbare Verteidigung und eine unabhängigere Energieversorgung sind. Seit der zweiten Amtszeit von Donald Trump hat sich der Druck auf Europa nicht verringert.

Mit politischem Willen und viel Kapital lassen sich diese Probleme grundsätzlich lösen, allerdings nicht über Nacht. So verzeichneten europäische Rüstungskonzerne erst vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich steigende Auftragseingänge. In der Energieversorgung wurde russisches Pipelinegas weitgehend durch LNG ersetzt und die Lieferbasis verbreitert. Doch die Sperrung der Straße von Hormus zeigte, wie schnell neue Engpässe entstehen können. Ob diese nur vorübergehend waren oder in Zukunft erneut ein Thema werden, ist derzeit offen.

Günstige Energie ist eine Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen auf dem Weltmarkt und somit ein entscheidender Faktor für das Wachstumspotenzial einer Volkswirtschaft. Europa muss also einen Weg finden, seine Energieversorgung autarker zu gestalten und zugleich die Preise in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Das wird ein langfristiges und teures Unterfangen. Kurzfristig lassen sich die wirtschaftlichen Folgen zwar mit Subventionen abfedern, grundsätzlich ist jedoch eine strukturelle Lösung erforderlich. Wie schon zu Beginn des Ukraine-Kriegs werden sich auch für etwaige neue Energieengpässe sicherlich Lösungen finden – auch wenn es Jahre dauert.

Die Industrie wird versuchen, Öl – so weit wie möglich - durch andere Energiearten zu ersetzen – wie bereits zu Beginn des Ukraine-Kriegs geschehen. Die tiefhängenden Früchte beim Energiesparen sind allerdings bereits weitgehend gepflückt. Bei einem höheren Energiepreisniveau werden jedoch Alternativen interessant, die zuvor als zu teuer galten.

Schwierige Alternativen zu Öl und Gas

Kernkraftwerke oder neue Technologien wie Fusionsreaktoren lassen sich nicht innerhalb weniger Jahre umsetzen. Auch erneuerbare Energien können wegen vorhandener Dunkelflauten nur einen Teil der Lösung darstellen. Die Förderung von Fracking-Gas wäre eine Option, politisch ist sie zumindest in Deutschland jedoch kaum vorstellbar.

Welche Wege auch immer eingeschlagen werden, die europäischen Energiepreise werden nach dieser Krise höher sein als davor. Für die Wirtschaft sind das keine guten Nachrichten – Wachstum bleibt Mangelware. Vor allem der Konsum dürfte darunter leiden, da das Geld bekanntlich nur einmal ausgegeben werden kann. Die Bürger können natürlich zum Teil ihre Autofahrten einschränken und die Heizung im Winter herunterdrehen. Allerdings ist Öl überall enthalten, von Plastik über Pflanzendünger bis hin zu Urlaubsreisen. Das dürfte über Zweitrundeneffekte einen allgemeinen Preisauftrieb auslösen.

Anleger sollten sich bei ihren Investitionen daher auf Wachstumsthemen wie den Energiesektor konzentrieren. Europa muss unabhängiger von fossilen Brennstoffen werden, da nur wenige eigene Ressourcen vorhanden sind. Davon dürften vor allem Unternehmen aus den Bereichen Stromproduktion und Stromnetze profitieren. Auch Batteriespeicher könnten wieder ein Thema werden, um erneuerbare Energien sinnvoller in die Netze einbinden zu können. Der Stromsektor profitiert ohnehin bereits vom Wachstum der KI-Anwendungen.

Ein neuer Favorit an den Börsen sind die lange stiefmütterlich behandelten Aktien aus dem Ölsektor. Zwar sind sie kurzfristig etwas überkauft. Langfristig dürften sie jedoch von höheren Preisen profitieren, während Unternehmen aus dem Ölservice-Sektor von einem anhaltend hohen Investitionsbedarf entlang der gesamten Wertschöpfungskette profitieren könnten. Laut Schätzungen der Bank of America sind im Nahen Osten seit Kriegsbeginn Schäden an der Energieinfrastruktur von mehr als 25 Milliarden US-Dollar entstanden.

Mögliche Korrektur wäre Einstiegschance

Um unabhängiger von Öl aus den Golfregionen zu werden, müssen zudem neue Ölfelder entdeckt werden. Auch England könnte die Ölförderung in der Nordsee wieder hochfahren. Es fehlen jedoch neue Pipelines und Häfen für Tanker sowie Verteidigungskonzepte für Schiffe. Es gibt also viel zu tun. Die Situation erinnert an den Rüstungssektor vor ein paar Jahren. Kursrücksetzer, etwa wenn sich die Lage im Nahen Osten aufgrund des vereinbarten Waffenstillstands nachhaltig entspannt und die Spotpreise für Energie weiter nachgeben, können daher eher als langfristige Kaufgelegenheit, denn als Trendwende gesehen werden.

Grundsätzlich sollten Anleger aber weiterhin Sachwerten wie Aktien und Gold den Vorzug gegenüber Anleihen und Festgeld geben, da eine möglicherweise länger andauernde Energiekrise die Probleme der hohen Staatsverschuldung weiter verschärfen dürfte.

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