Energieaktien mit heterogener Krisenreaktion

LOYS AG

Loys Capital Kolumne vom 17.03.2026

Es mag die Börsenbeobachter überraschen, aber nicht alle Aktien aus dem Energiesektor reagieren positiv auf die Preisanstiege bei Erdöl und Erdgas. Immerhin verhalten sich die Rohstoffmärkte so, wie man es von funktionierenden Märkten erwarten darf. Engpässe und Knappheiten führen zu deutlichen Preisanstiegen.

Leider reagieren auch viele Politiker sehr erwartungsgemäß, indem sie durch aktivistische unkundige Forderungen der Energiebranche schaden und sich selber in den Augen Kundiger blamieren.

Positive Kursreaktionen zeitigten seit dem Angriff Israels und der USA auf den Iran vor allem fokussierte Kohlenstoff-Produktionsunternehmen. Zu nennen sind hier etwa die norwegischen Produzenten wie Equinor, Vår Energi und Aker BP. Gerade in der zweiten Reihe finden sich einige spektakuläre Kursaufschläge, so etwa bei Tullow Oil und Harbour Energy aus Großbritannien oder bei amerikanischen Schieferölproduzenten wie Kosmos Energy. Auch die großen integrierten Energiekonzerne mit Namen wie ExxonMobil, Chevron, Shell, BP und TotalEnergies wurden an der Börse höher bepreist. Neben der Produktion von Erdöl und Erdgas verfügen diese Unternehmen über bedeutsame Raffineriekapazitäten und der Engpass an Benzin, Diesel und Kerosin hat gerade diese Sparte beflügelt. An der strammen Kursentwicklung, überwiegend im Raffineriesektor tätiger Unternehmen wie Neste aus Finnland, Repsol aus Spanien und PBF Energy aus den USA, erkennt man die Ausweitung der Verarbeitungsmargen. Vor allem bei Kerosin und Diesel haben sich diese Margen zuletzt ausgeweitet.

Eine Sondersituation ist derweil bei Verbio aus Zörbig in Sachsen-Anhalt eingetreten. Dabei geht es weniger um deren Produktion von Biodiesel als vielmehr um die gesetzlich geplante Einspeisung von ´grünem´ Methan-Gas in die deutschen Gasversorgungsnetze. Denn anders als von der CDU in ihrem Wahlprogramm versprochen, soll nunmehr das Gebäudeenergiegesetz (im Volksmund ´Heizungsgesetz´) doch nicht abgeschafft, sondern lediglich modifiziert werden. Somit ergeht es dem Heizungsgesetz wie dem Solidaritätszuschlag, der ebenfalls abgeschafft werden sollte und nunmehr als Reichensteuer seine mehr als dreißigjährige Karriere fortsetzt. Ungeachtet dessen können sich die Aktionäre von Verbio freuen. Die verheißene Förderung bescherte dem Papier seit Jahresbeginn einen Zuwachs in Höhe von ca. 60 %.

Eher negativ reagierten Energiedienstleister wie SLB, Halliburton, DNOW, Técnicas Reunidas und Chiyoda aus Japan auf die jüngsten Entwicklungen. Am Ölmarkt geht man indes mehrheitlich davon aus, dass es keine grundsätzliche Knappheit an Erdöl und Erdgas gibt. Vielmehr sind die Transportprobleme durch die faktische Schließung der Straße von Hormus für die Lieferkettenprobleme verantwortlich. Ein Blick auf die Futures-Kurve beim Erdöl offenbart einen Markt in Backwardation. Der kurzfristige Terminkauf von Erdöl ist deutlich teurer als ein Kauf zu weiter in der Zukunft liegenden Terminen. Die Preisentwicklung von Erdöl, Erdgas, Dünger und anderen wichtigen Erzeugnissen aus dem Nahen Osten hängt nun maßgeblich davon ab, wann die Straße von Hormus wieder sicher mit Transportschiffen befahren werden kann. 


Aus Chicago

Ihr

Dr. Christoph Bruns

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