Europäische Aktien: Mit Zyklikern vom Industrieaufschwung profitieren

Bantleon

BANTLEON News vom 08.10.2026

Der globale Industrieaufschwung gewinnt an Fahrt und davon sollten zyklisch ausgerichtete europäische Aktien besonders profitieren. Wir gewichten daher Industrie- und Finanzwerte deutlich über, Immobilienaktien in kleinerem Umfang. Rückenwind liefern vor allem die hohen Investitionen in Infrastruktur, Stromnetze, Rechenzentren und Verteidigung. Bei der Titelauswahl setzen wir auf Unternehmen, die in allen Disziplinen mehr bieten, als bei vergleichbarem Risiko üblich ist. Zu den besonders attraktiven Unternehmen zählen derzeit beispielsweise Hochtief, Talanx und Aurubis.

Bei europäischen Aktien bleiben wir bewusst zyklisch positioniert. Die größten Übergewichte entfallen auf Industrie- und Finanzwerte sowie – in kleinerem Umfang – auf Immobilienaktien. Das größte Untergewicht halten wir bei Basiskonsumgüteraktien. Diese Positionierung spiegelt unsere positive Einschätzung für europäische Aktien: Wir sehen nach den jüngsten Kursanstiegen weiteres Kurspotenzial, das sowohl von wachsenden Unternehmensgewinnen als auch von höheren Bewertungen getragen werden dürfte. Der Einkaufsmanagerindex der Industrie in der Eurozone ist zuletzt auf 52,9 Punkte gestiegen. Neben einer soliden Expansion in Deutschland verbreitert sich das Wachstum: Erstmals seit über vier Jahren liegen alle erfassten Länder der Eurozone im Expansionsbereich. Zugleich steigt die Inflation und wir rechnen damit, dass die EZB ihren Leitzins weiter anheben wird. Ein solches Umfeld begünstigt Unternehmen mit Preissetzungsmacht und robuster Nachfrage stärker als hoch bewertete Wachstumswerte oder defensive Konsumgüteraktien. Innerhalb der Sektoren wählen wir Unternehmen aus, deren Bewertung und Qualität sowie Wachstum und Kursmomentum besser ausfallen, als es bei Unternehmen mit vergleichbarem Risiko üblich ist. So vermeiden wir klassische Value-Fallen.

Den Sektor Industrie gewichten wir am höchsten. Die Investitionen in Energie- und Verkehrsinfrastruktur, in Stromnetze und Rechenzentren sowie in die Verteidigung steigen auf breiter Front. Viele Unternehmen berichten von einer anhaltend hohen Nachfrage. Trotz der bereits guten Kursentwicklung sehen wir hier deshalb weiterhin überdurchschnittliches Ertragspotenzial.

Auf Einzeltitelebene bevorzugen wir Unternehmen, die direkt von diesen Investitionen profitieren: Hochtief verdient vor allem über die US-Tochter Turner am Bau von Rechenzentren. Konzernweit wächst zudem die Nachfrage nach Energie- und Verteidigungsprojekten. Der Auftragsbestand erreichte zur Jahresmitte den Rekordwert von 84,8 Mrd. Euro und der Konzern hat seine Gewinnprognose für 2026 angehoben. Der französische Elektrogroßhändler Rexel profitiert von der Elektrifizierung, der Energiewende und dem Bau von Rechenzentren und erzielt den Großteil seines Umsatzes außerhalb Frankreichs. Im 2. Quartal 2026 waren die Absatzmengen erstmals seit dem 2. Quartal 2023 wieder in allen Regionen positiv. Diploma hat als Spezialanbieter technischer Produkte und Dienstleistungen seine Jahresprognose seit März dreimal angehoben und baut über Zukäufe auch das US-Geschäft mit Verbindungstechnik aus, das unter anderem Kunden aus dem Verteidigungssektor bedient. Alle drei verbinden hohe Profitabilität mit einer starken Nachfrage- und Geschäftsentwicklung.

Finanzwerte haben bei uns das zweitgrößte Übergewicht. Das höhere Zinsniveau kann insbesondere die Zinserträge von Banken und die Kapitalanlageerträge von Versicherern stützen. Die Kapitalausstattung ist solide und viele Institute beteiligen ihre Aktionäre über Dividenden und Aktienrückkäufe am Erfolg. Gemessen an Gewinnen und Kapitalrenditen ist der Sektor im Vergleich zum Gesamtmarkt moderat bewertet.

Auf Einzeltitelebene bevorzugen wir derzeit Versicherer mit hoher Kapitalrendite: Talanx hat nach einem Rekordhalbjahr die Gewinnprognose für 2026 angehoben und im 1. Halbjahr eine Eigenkapitalrendite von gut 21% erzielt. Hiscox wächst solide im Geschäft mit Privat- und Gewerbekunden, hat das Wachstumsziel für diese Sparte erhöht und gibt über eine höhere Dividende und Aktienrückkäufe Kapital an die Aktionäre zurück. Aus unserer Sicht verfügen beide Titel über ein robustes Risiko-Ertrags-Profil, das auch einen Teil des Gegenwinds durch nachgebende Preise in der Rückversicherung abfedern kann.

Auch Immobilienaktien gewichten wir über, halten die Position aber bewusst klein. Der Sektor zählt zwar zu den günstigeren Bereichen des europäischen Aktienmarktes und die Bewertungen haben sich in weiten Teilen des Marktes stabilisiert, während die Mieten insbesondere bei hochwertigen Objekten weiter steigen. Da wir bei den langfristigen Renditen bis Anfang nächsten Jahres mit einem weiteren Anstieg rechnen und die EZB die Zinsen anheben dürfte, bleibt die Positionierung jedoch zurückhaltend.

Auf Einzeltitelebene konzentrieren wir uns auf hochwertige Bestände: British Land vermietet neue Flächen an seinen Londoner Büro-Campus-Standorten oberhalb der geschätzten Marktmieten. Auch in den nahezu voll belegten Fachmarktzentren werden Neuvermietungen oberhalb der bisherigen Vertragsmieten abgeschlossen. Covivio mit Schwerpunkten in Deutschland, Frankreich und Italien hat das wiederkehrende Ergebnis im 1. Halbjahr um gut 7% gesteigert. Zugleich schichtet das Unternehmen gezielt von Büros in Randlagen in Hotels und zentrale Standorte um. Beide Unternehmen zeigen, dass der Immobiliensektor trotz des anspruchsvollen Zinsumfelds selektive Chancen bietet.

Unsere Titelauswahl beschränkt sich nicht auf die übergewichteten Sektoren. Auch im Rohstoffsektor finden wir Unternehmen, die in allen Disziplinen überzeugen. Ein Beispiel ist Aurubis, einer der weltweit größten Kupferrecycler, der von hohen Metallpreisen profitiert. Nach einem starken 3. Quartal peilt das Unternehmen das obere Ende seiner Ergebnisprognose an. Der im September geschlossene, bislang größte Liefervertrag mit dem Kabelhersteller Prysmian unterstreicht zudem die Nachfrage aus Netzausbau und Elektrifizierung.

Das größte Untergewicht halten wir im Sektor Basiskonsumgüter. Die Geschäftsmodelle sind zwar stabil, doch höhere Rohstoff- und Energiekosten setzen die Bruttomargen unter Druck und das Ertragspotenzial erscheint im Verhältnis zur Bewertung wenig attraktiv. In einem Umfeld steigender Investitionen und eines breiter abgestützten Aufschwungs dürften zyklische Unternehmen stärkeren Rückenwind erhalten als klassische defensive Konsumwerte.

Fonds von BANTLEON kaufen Sie über FondsSuperMarkt zu besonders günstigen Konditionen!

  1. Dauerhaft 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag
  2. Kostenloses Depot
  3. Keine Transaktionskosten
  4. Sichere Verwahrung in Ihrem persönlichen Depot bei einer deutschen Depotbank

mehr erfahren


Rechtliche Hinweise

Die in diesem Beitrag gegebenen Informationen, Kommentare und Analysen dienen nur zu Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar. Die hier dargestellten Informationen stützen sich auf Berichte und Auswertungen öffentlich zugänglicher Quellen. Obwohl die Bantleon Invest Kapitalverwaltunsgesellschaft mbH der Auffassung ist, dass die Angaben auf verlässlichen Quellen beruhen, kann sie für die Qualität, Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Angaben keine Gewährleistung übernehmen. Eine Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die sich aus der Nutzung dieser Angaben ergeben, wird ausgeschlossen. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu.