Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities: Flexibilität als Schlüssel zum Erfolg
Der Flossbach von Storch Multiple Opportunities ist ein aktiv verwalteter Mischfonds mit flexiblem Investmentansatz. Fondsmanager Bert Flossbach investiert weltweit in verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Wandelanleihen und Gold, um attraktive Chancen zu nutzen und Risiken gezielt zu steuern. Grundlage jeder Anlageentscheidung ist ein hauseigenes Analysemodell. Ziel des Fonds ist es, unter Berücksichtigung des Anlagerisikos einen angemessenen langfristigen Wertzuwachs zu erzielen.
FondsSuperMarkt: Herr Flossbach, der Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities gehört zu den am weitesten verbreiteten Fonds in Deutschland. Worauf führen Sie die Beliebtheit zurück? Was hat den Fonds so erfolgreich gemacht?
Bert Flossbach: Wir kommen aus der Vermögensverwaltung und haben den Fonds anno 2007 aufgelegt - und damit kurz vor der Finanzkrise. Seitdem konnten wir das Portfolio erfolgreich durch mehrere Krisen führen. Ziel ist ein robustes Portfolio, mit dem Anleger in guten Zeiten vom Aufwind an den Kapitalmärkten profitieren, in schlechten Zeiten aber möglichst keine dauerhaften Wertverluste erleiden sollen.
FondsSuperMarkt: Wie schätzen Sie aktuell die Situation an den Aktienmärkten ein – welche Trends erkennen Sie, wo sehen Sie die attraktivsten Chancen und wo ist eher Vorsicht geboten?
Bert Flossbach: Getrieben von den Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz (KI) haben vor allem die Aktien von Halbleiterunternehmen im ersten Halbjahr kräftig zugelegt. Qualitätsunternehmen aus vielen anderen Bereichen waren kaum gefragt, ohne dass sich wichtige Fundamentaldaten verschlechterten. Und so boten und bieten sich hier aus unserer Sicht immer wieder Chancen. Im Juni begann dieser Trend zu drehen und auch im Juli holten viele Unternehmen aus den Bereichen Konsum, Gesundheit und Finanzen auf. Der Halbleiterbereich musste hingegen Federn lassen. Auch wenn der KI-Boom anhalten könnte, sind wir hier zurückhaltend. Die Bewertungen erscheinen uns vielfach ambitioniert – auch angesichts der historisch eher kurzlebigen „Schweinezyklen“ in diesem Bereich.
FondsSuperMarkt: Wie sieht die aktuelle Positionierung des Fonds aus und wie bewerten Sie diese?
Bert Flossbach: Den Löwenanteil des Fondsvermögens machen mit gut 80 Prozent Aktien aus, für die aus unserer Sicht derzeit das beste Chance-Risiko-Profil besteht. Der Anleiheanteil lag nach dem Verkauf einer Position zuletzt bei nur zwei Prozent. Weitere acht Prozent sind in Gold investiert. Wir sind zudem zu 47 Prozent im US-Dollar - und zu knapp 32 Prozent im Euroraum engagiert.
FondsSuperMarkt: Wie viele Unternehmen schaffen es am Ende tatsächlich ins Portfolio? Warum setzen Sie lieber auf eine konzentrierte Auswahl statt auf möglichst viele Titel?
Bert Flossbach: Derzeit befinden sich 62 Titel im Portfolio, darunter 55 Aktien. Obwohl Diversifikation zu unseren Anlageleitlinien zählt, sind wir überzeugt, dass beispielsweise 150 Titel die Risikostreuung nicht unbedingt verbessern würden. Dafür würden mit hoher Wahrscheinlichkeit die Chancen aus unserer Sicht niedriger sein, da es in der Breite häufig an Qualität fehlt. Qualität bedeutet für uns, dass unsere Analysten auch in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit eine attraktive Gewinnentwicklung erwarten. Denn kurzfristig kann die Aktienkursentwicklung zwar stark schwanken, langfristig zeigt jedoch die Historie, dass sich Kurse an der Gewinnentwicklung ausrichten.
FondsSuperMarkt: Für einen Mischfonds ist der Rentenanteil im Fonds aktuell eher gering. Woran liegt das? Und wie bringen Sie derzeit die Stabilität ins Portfolio?
Bert Flossbach: Auch wenn der Anleihemarkt wieder deutlich höhere Renditen bietet als in der jüngeren Vergangenheit, erachten wir das Chance-Risiko-Profil in Teilen des Aktienmarktes nach wie vor als deutlich attraktiver; zumal wir davon ausgehen, dass die Inflation perspektivisch oberhalb der Zwei-Prozent-Grenze der Notenbanken liegen wird. Doch unser Fondsmanagement agiert opportunistisch. Sollte sich hier etwas verändern, kann der Anteil auch rasch wieder steigen. Für Stabilität im Portfolio sorgen einerseits die Kassenquote und der Goldanteil. Aber vor allem sind Aktien nicht gleich Aktien. So kann ein Unternehmen mit vorhersehbarer Gewinnentwicklung vom Risiko her näher an Anleihen als an den Aktien von sehr stark wachsenden Unternehmen liegen.
FondsSuperMarkt: Welche strategische Rolle spielen Edelmetalle im Fonds im Rahmen Ihres Multi-Asset-Ansatzes? Können Sie einen kurzen Ausblick geben?
Bert Flossbach: Gold ist für uns ein wichtiger Baustein für ein robustes Portfolio. Hier sind wir langfristig investiert. Wir sehen es als eine Versicherung des Fondsvermögens gegen die uns bekannten und unbekannten Risiken des Finanzsystems. Nach dem Hoch von 5.000 US-Dollar im ersten Quartal haben wir daher unsere Position nur leicht reduziert. Doch der Goldpreis ist äußerst volatil. Prognosen sind daher schwierig.
FondsSuperMarkt: Die Investitionsprognosen vieler KI-Unternehmen und ihrer Zulieferer sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Woran erkennen Sie als Fondsmanager, ob ein Boom noch fundamental getragen ist oder in spekulative Übertreibung übergeht?
Bert Flossbach: Ja, die Prognosen sind gestiegen. Aus Milliarden sind Billionen geworden. Um sie zu beurteilen, schauen wir uns am besten die Zahlen an: Unterstellt wird, dass der nötige Investitionsbeitrag in die KI-Infrastruktur von nur einer Handvoll Unternehmen bis 2030 in Summe auf sieben Billionen US-Dollar wachsen soll, über ein Fünftel des jährlichen Bruttoinlandsprodukts der USA. Damit nach Abzug aller Kosten noch eine passable Rendite erzielt werden kann, müsste daher der zusätzliche Umsatz der Technologiekonzerne enorm ansteigen und hochprofitabel sein. Aber woher soll das Geld dafür kommen? Zum einen reichen aus unserer Sicht Personalkosteneinsparungen, wenn KI-Agenten Mitarbeiter ersetzen, dafür nicht aus. Zum anderen bewegen sich die als „Magnificent 7“ bekannten Technologieunternehmen aus ihren Monopolen heraus und treten in einem gemeinsamen Markt (KI) gegeneinander an. Zu den konkurrierenden US-Modellen kommen chinesische Varianten, die immer leistungsfähiger werden und für die meisten Anwendungen ausreichen dürften, aber sehr kostengünstig sind. Hier dürfte es bei der Preispolitik in Zukunft interessant werden.
FondsSuperMarkt: Welche Risiken sehen Sie im Zusammenhang mit KI-Investments und wie steuern Sie diese im Fonds?
Bert Flossbach: Glücklicherweise gibt es außerhalb der „Euphoriezone“ genügend Titel ertragszuverlässiger Unternehmen, die dank des KI-Booms aus unserer Sicht so niedrig bewertet sind wie seit Jahren nicht mehr. Und so gilt das Postulat der Diversifikation: Indem man Fondsvermögen auf verschiedene Anlageklassen, Einzeltitel und Währungen aufteilt, lassen sich Kapitalmarktrisiken langfristig reduzieren, ohne dabei auf Renditepotenziale verzichten zu müssen.
FondsSuperMarkt: Für welche Anleger eignet sich der Fonds besonders und wie sollte er im Portfolio eingesetzt werden?
Bert Flossbach: Der Fonds eignet sich für alle, die langfristig und breit diversifiziert Vermögen aufbauen wollen. Er ist eine Basislösung, die allerdings in jüngster Zeit schlechter abgeschnitten hat als große Indizes wie der MSCI World, auf den viele Investoren mit Indexpapieren setzen. Hier gilt es jedoch zu bedenken, dass letzterer inzwischen hochkonzentriert ist. So soll der MSCI World die Wertentwicklung von 1.282 Aktien aus 23 Ländern spiegeln. Weil jedoch das Indexgewicht mit dem Erfolg steigt, entfallen 72 Prozent auf US-Werte und 26 Prozent auf die zehn größten Positionen, von denen neun Aktien von US-Unternehmen aus den Bereichen Informationstechnologie und Kommunikation sind.
Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Flossbach.
Fondsdetails: Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities R