Heiße Stahlaktien

LOYS AG

Loys Capital Kolumne vom 21.01.2026

Angesichts einer eher mauen weltweiten Konjunkturentwicklung nimmt man verwundert zur Kenntnis, wie stark sich der Stahlsektor an der Börse geschlagen hat. Dazu haben viele verschiedene Faktoren beigetragen, nicht zuletzt der Aufschwung in der Rüstungsindustrie.

Die deutschen börsennotierten Stahlkonzerne erlebten in den letzten zwölf Monaten einen immensen Kursaufschwung. Dabei schoss thyssenkrupp mit einem Zuwachs von mehr als 220 % den Vogel ab. Freilich hat dieser fulminante Kursaufschwung vor allem mit den Umstrukturierungen zu tun, mit denen die Essener seit Jahren versuchen, ihr Unternehmen zukunftsfest aufzustellen. Unternehmensverkäufe und Kostensenkungsprogramme spielen dabei eine Hauptrolle. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die thyssenkrupp-Aktie weit entfernt von ihren ehemaligen Höchstkursen notiert.

Kaum weniger spektakulär verlief die Kursentwicklung bei der Salzgitter AG. Für die letzten zwölf Monate steht ein sattes Kursplus von ca. 200 % auf der Kurstafel. Und wenngleich deutsche Stahlaktien im vergangenen Jahr besonders gut abschnitten, kann man von einem breiten Kursaufschwung der Stahlindustrie sprechen. Denn europäische Unternehmen wie Acerinox, Voestalpine, ArcelorMittal und Outokumpu aus Finnland konnten robuste Kursgewinne hinlegen. In einer von Konsolidierungen geprägten Branche sind Fusionen und Übernahmen keine Seltenheit. Dies zeigte sich zuletzt bei dem Stahlhändler Klöckner & Co. aus Düsseldorf, der aus den USA ein Übernahmeangebot in Höhe von 11 EUR pro Aktie erhielt. Der Börsenkurs des potenziellen Übernehmers aus Columbus in Ohio – Worthington Steel – profitierte ebenfalls an der Börse von der Übernahmephantasie. Die Börsianer meinen, dass Worthington Steel für Klöckner nicht überbezahlen wird. Der Handelskrieg der USA mit dem Rest der Welt könnte immerhin für die lokalen amerikanischen Stahlunternehmen bessere Margen und Zeiten verheißen. Allgemein ist die Hoffnung vieler Hersteller auf staatlichen Protektionismus groß, wie amerikanische Zölle und europäische Grenzausgleichsabgaben deutlich machen. Zu den wichtigsten Variablen im Standortwettbewerb zählen ohne Zweifel Energiekosten. Auf diesem Gebiet sieht die Lage für deutsche und manche europäischen Hersteller recht trostlos aus. Die Phantasien auf bessere operative Zeiten durch staatlich dauersubventionierten ´Grünen Stahl´ unter Einsatz von Wasserstoff dürften sich als Illusionen erweisen.

Spannend ist derweil die Entwicklung bei Nippon Steel aus Japan, denn die Übernahme von US Steel birgt große Chancen wie auch Risiken. Problematisch ist gewiss das Mitspracherecht, welches sich der amerikanische Präsident bei dem amerikanischen Stahlkocher ausbedungen hat. Dennoch könnte Nippon Steel mit seiner hochwertigen Technik das neu erworbene Unternehmen auf Vordermann bringen und seine Position auf dem US-Markt wesentlich ausbauen. Gewiss hilft die Übernahme dabei, die amerikanischen Einfuhrzölle zu umgehen. Die engen Verbindungen zur japanischen Autoindustrie, die ihrerseits einen Teil ihrer Fahrzeuge in den USA produziert und tendenziell höhere Investitionen in den USA tätigen wird, dürften ebenfalls als Hintergrund der Übernahme zu betrachten sein.

Die Breite des Kursaufschwungs im Stahlsektor hat auch die chinesischen Hersteller nicht unberührt gelassen. Durch die Bank konnten die in Hongkong notierten chinesischen Stahlaktien, wie z. B. Chongqing Iron & Steel oder Tiangong International, deutlich zulegen.

Aus Chicago

Ihr
Dr. Christoph Bruns

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