DPAM Kommentar von Mathias Talmant vom 16.04.2026
Das Thema Gesundheit geht uns alle an. Nicht zuletzt Anleger, wie Mathias Talmant, Fondsmanager bei DPAM, feststellt:
Unsere Gesundheitssysteme sollen für immer mehr Menschen immer mehr leisten. Das macht den Sektor für langfristige Investoren zunehmend relevant.
Investments mit echter Wirkung
Nichtübertragbare Krankheiten töten jährlich mehr als 43 Millionen Menschen. 830 Millionen Menschen haben Diabetes (Stand 2022). Rund 4,6 Milliarden Menschen leben ohne grundlegende Gesundheitsdienste (2023), 2,1 Milliarden gerieten durch medizinische Eigenkosten in finanzielle Not (2022). Bis 2030 wird weltweit jede(r) Sechste 60 Jahre oder älter sein.
Die attraktivsten börsennotierten Unternehmen sind in diesem Sektor nicht einfach nur „engagiert“. Sie beseitigen echte Engpässe, beschleunigen Diagnosen, machen Behandlungen besser handhabbar oder gestalten die klinische Logistik effizienter. Aus praktischer Relevanz schöpfen sie Wertsteigerungspotenzial.
Firmen beschreiten Wege, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Hier drei Beispiele:
- Die Natur entlasten. Ein großer Pharmakonzern hat einen Großteil seiner tierbasierten Arzneimitteltests durch eine synthetische Alternative ersetzt und damit die Abhängigkeit von Pfeilschwanzkrebsen verringert, die eine wichtige Rolle in Küstenökosystemen spielen.
- Den ökologischen Fußabdruck der pharmazeutischen Wertschöpfungskette begrenzen, auch jenseits der eigenen Betriebsabläufe. Durch Initiativen für erneuerbaren Strom bei Lieferanten, Dekarbonisierungsprogramme für Hersteller pharmazeutischer Wirkstoffe, umweltschonendere Laborpraktiken und verbesserte Instrumente zur Bewertung der Umweltrisiken von Arzneimitteln über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg erweitert dieser Ansatz die Umweltdisziplin weit über das eigene Werksgelände hinaus.
- Biodiversität managen. In der Türkei unterstützte ein Gesundheitskonzern ein Renaturierungsprojekt im Marmarameer, bei dem Geisternetze entfernt und Korallen in neue Lebensräume umgesiedelt wurden. Damit trug er zur Erhaltung der zunehmend bedrohten Küstenökosysteme bei.
„One Health“ – Gesundheit über den Menschen hinaus
Der One-Health-Ansatz der Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass die Gesundheit des Menschen eng mit der von Tieren, Pflanzen und der Umwelt insgesamt verbunden ist. Die langfristige Relevanz des Sektors liegt in der Behandlung von Krankheiten und in der Förderung widerstandsfähigerer Systeme im gesamten Gesundheitsökosystem, von sichereren Produktionsmethoden über eine geringere Umweltbelastung bis hin zu einer besseren wissenschaftlichen Koordination.
Im Bereich Impact Investing belohnt das Gesundheitswesen selektive, aktive Analyse. Die nachhaltigsten Chancen finden sich oft in Unternehmen, deren Beitrag zur menschlichen Gesundheit durch ihre Interaktion mit den sie umgebenden lebenden Systemen gestärkt wird. Gesündere Systeme für ein gesünderes Leben.