Was ist Ihr Lebenswerk wert? Anlageberater, die ihren Investmentbestand bewerten und im Rahmen der Nachfolgeregelung verkaufen möchten, sollten den tatsächlichen Wert genau kennen. Eine fundierte Bewertung stärkt Ihre Verhandlungsposition, sorgt für einen marktgerechten Kaufpreis und sichert dadurch Ihre Altersvorsorge ab.
Investmentbestand nach dem Ertragswertverfahren bewerten
Bei Investmentbeständen erfolgt die Bewertung in der Regel umsatzbasiert über ein Multiplikatorverfahren. Grundlage sind die laufenden Bestandsprovisionen (z. B. Bestandspflegeprovisionen aus Fonds).
Bewertungsfaktoren:
- Standard: ca. 2,0 bis 3,0-fache Jahresbestandsprovision
- Sehr hochwertige Bestände: bis etwa 3,5-fach möglich
- Schwächere Bestände: teilweise nur 1,5 bis 2,0-fach
Qualität entscheidet über den tatsächlichen Wert
Beim Verkauf eines Investmentbestands zählen nicht nur aktuelle Einnahmen aus Provisionen. Entscheidend ist vor allem die Qualität und Zukunftsfähigkeit Ihres Bestands, die den erzielbaren Kaufpreis maßgeblich beeinflussen. Tipp: Gehen Sie mit aufbereiteten Bestandsdaten in die Verhandlungsgespräche.
Die wichtigsten Bewertungskriterien
Je stabiler, digitaler und übertragbarer der Bestand, desto höher der Multiplikator.
1. Bestandsstruktur
Ein breit diversifizierter Investmentfondsbestand ist besonders attraktiv. Klumpenrisiken wirken sich dagegen negativ auf den Preis aus:
- Fondsarten
- Anlagestrategien
- Kundensegmente
- Fonds- und Depotanbieter
2. Ertragsqualität
Stabile, wiederkehrende Bestandsprovisionen sind der zentrale Werttreiber:
- Geringe Schwankungsanfälligkeit der Assets under Management (AuM)
- Langfristig orientierte Anlagestrategie
3. Kundenstruktur
Ein ausgewogenes Kundenportfolio steigert den Wert:
- Altersstruktur der Kunden
- Hohe Vertrags- und Depotdichte pro Kunde
- Gute Vermögensverteilung
- Langfristige Kundenbindung und Beratungsintensität
4. Beratungsansatz und Betreuung
- Strukturierter, dokumentierter Beratungsprozess
- Regelmäßige Betreuung
- Wiederkehrender Betreuung (z. B. Servicevereinbarungen)
4. Verwaltungsaufwand und Digitalisierung
Ein gut gepflegter Datenbestand erleichtert die Bestandsübernahme und reduziert Risiken für den Käufer:
- Transparente Dokumentation
- Qualität der Kundendaten
- Viele digitalisierte Prozesse
5. Abhängigkeiten
Geringe Abhängigkeiten der Kunden erleichtern die Übernahme:
- Streuung über verschiedene Produkt- und Depotanbieter
- Geringe persönliche Abhängigkeit vom bisherigen Anlageberater
Fazit: Aufbereitung des Investmentbestands zahlt sich aus
Ein professionell bewerteter Fondsbestand schafft Sicherheit für Sie und Ihren Nachfolger. Wer frühzeitig plant und seinen Bestand strukturiert aufbereitet, erzielt in der Regel höhere Wertermittlungen beim Bestandsverkauf.
Sie möchten mit einem erfahrenen, vertrauensvollen Partner über den Wert Ihres Investmentbestands sprechen?