Konjunkturbelebung in China

Allianz Global Investors "Die Woche voraus" vom 27.10.2023

Im dritten Quartal 2023 verzeichnete das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in China einen Zuwachs von 4,9% im Jahresvergleich und übertraf damit die Konsenserwartungen. Saisonbereinigt stieg es im gleichen Zeitraum auf 1,3% gegenüber 0,5% im Vorquartal. Die im September veröffentlichten Makrodaten wiesen zudem auf einen unveränderten Anstieg der Industrieproduktion um 4,5% hin, wobei sich die Einzelhandelsumsätze (+5,5%) sowie die Anlageinvestitionen (+2,5%) im Vergleich zum Vorjahr verbesserten.

Zwar dürften diese Werte auf eine durch die in den vergangenen Monaten schrittweise ergriffenen, aber doch umfangreichen Konjunkturmaßnahmen bewirkte Bodenbildung beim chinesischen Wirtschaftswachstum hindeuten. Gleichwohl bleibt aus unserer Sicht die zyklische Erholung noch im Anfangsstadium und befindet sich angesichts einer weiterhin nachlassenden globalen Nachfrage sowie eines nach wie vor kriselnden Immobiliensektors noch nicht wieder auf solidem Fundament. Hier ist die Regierung gefordert: Sie sollte weitere wachstumsfördernde Maßnahmen zur Ankurbelung der schwachen Binnennachfrage gegen konjunkturelle Belastungsfaktoren auf den Weg bringen.

Perspektivisch gehen wir davon aus, dass der strukturelle Abschwung auf dem Immobilienmarkt das BIPWachstum in China so lange bremsen wird, bis dieser Sektor ein neues, auf niedrigerem Niveau angesiedeltes Gleichgewicht erreicht hat. Nachfrageseitig werden rückläufige Immobilieninvestitionen zu einer Verlangsamung der Bruttoanlageinvestitionen führen, während fallende Eigenheimverkäufe und schrumpfende Immobilienpreise wegen der damit verbundenen negativen Vermögenseffekte eine dämpfende Auswirkung auf den Konsum haben werden.

Obwohl der Immobiliensektor nicht mehr als Impulsgeber dient, haben sich die Bereiche klimafreundliche Energie und Digitalökonomie als neue Wachstumsfelder in China etabliert. Mittelfristig dürfte das chinesische BIP-Wachstum unserer Einschätzung nach von der positiven Entwicklung der New Economy angetrieben, die dazu beitragen wird, die durch den Einbruch im Immobiliensektor verursachte Belastung der Gesamtwirtschaft abzufedern.

Laut unseren Berechnungen dürften die grünen und digitalen Wirtschaftszweige Chinas im Jahr 2022 zusammengenommen bis zu 18% des gesamten Bruttoinlandsprodukts umfassen. Damit holen sie mit zunehmendem Tempo die verringerte Bedeutung des Immobiliensektors im ersten Halbjahr 2023 (19% des BIP) ein. Wir sehen in der anhaltenden Ausweitung der grünen Energie und Digitalökonomie die Chance, eine Umstrukturierung der Anlageinvestitionen zu erreichen, die Konsumnachfrage zu beleben und Chinas Exportmix aufzuwerten.

Die Woche voraus

In der kommenden Woche stehen die jüngsten geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sowie der Bank of Japan (BoJ) auf der Agenda, ebenso wie die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für die USA und China sowie die Inflationszahlen für den Euroraum.

Am Montag werden die Stimmungsindikatoren für die Konjunktur, die Industrie und den Dienstleistungssektor im Euroraum für den Monat Oktober bekannt gegeben. Darüber hinaus erscheint der Dallas-Fed-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA.

Am Dienstag werden vom National Bureau of Statistics (NBS) die Oktober-PMIs für das verarbeitende und nichtverarbeitende Gewerbe in China vorgelegt, die Aufschluss über die Dynamik der Konjunkturerholung geben werden. Außerdem werden für den Euroraum die BIP-Zahlen für das 3. Quartal 2023 sowie der Verbraucherpreisindex (VPI) für Oktober erwartet. Diese werden dem Markt Anhaltspunkte liefern, ob die Konjunktur im Euroraum noch tiefer in eine Stagflation abgerutscht ist. Ferner werden in Japan die Zahlen zur Arbeitslosenquote, zu den Einzelhandelsumsätzen und zum Wachstum der Industrieproduktion für September gemeldet. Gleichzeitig wird die BoJ ihre geldpolitische Sitzung abschließen und ihre neueste Haltung zur Zinskurvenkontrolle sowie zur Negativzinspolitik verkünden. Am gleichen Tag stehen in den USA der Hauspreisindex für August, der Chicago-Einkaufsmanagerindex sowie der vom Conference Board erhobene Verbrauchervertrauensindex auf dem Programm.

Am Mittwoch folgt ebenso in den USA der vom Automatic Data Processing Inc. (ADP) veröffentlichte Beschäftigungsbericht für Oktober. Zudem wird der Geschäftsklimaindex für das verarbeitende Gewerbe des Institute of Supply Management (ISM) herausgegeben, für den der Markt von einer Verschlechterung auf 48,2 im Oktober gegenüber 49 im Vormonat ausgeht. Überdies wird die Fed ihre jüngste Entscheidung zum Zielkorridor der Fed Funds Rate bekunden, wobei der Markt hier keine Veränderung erwartet.

Aus den USA werden dann am Donnerstag die vorläufigen Zahlen zum Wachstum der Lohnstückkosten im Q3 2023 erscheinen. Marktteilnehmer rechnen mit einer Abschwächung des Wachstumstempos auf 1,0% im Jahresvergleich von 2,2% im zweiten Quartal 2023. Ferner werden die aktuellen Daten zu den Erst- und Folgeanträgen auf Arbeitslosenunterstützung in den USA sowie die Auftragseingänge in der Industrie für September vorliegen.

Die Woche voraus wird am Freitag mit der Veröffentlichung der Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft, der Arbeitslosenquote und des Wachstums der durchschnittlichen Stundenlöhne in den USA abgerundet. Die Märkte erwarten bei der nicht-landwirtschaftlichen Beschäftigung einen Anstieg von 160,000 im Oktober, der einen Rückgang gegenüber dem im September verzeichneten Zuwachs von 336,000 Stellen bedeuten würde. Bei den Oktober-Arbeitslosenzahlen wird mit einer unveränderten Quote von 3,8% gerechnet.

Ich wünsche uns allen eine nachhaltige Konjunkturbelebung und wachsende Renditen.

Christiaan Tuntono
Senior Economist, Asia Pacific
 

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