Monatsbericht Loys AG - Juli 2026
Ungeachtet der äußerst schwankungsintensiven Börsenwochen im Juli verdichten sich die Anzeichen dafür, dass die im Dezember des letzten Jahres eingeleitete Wende im LOYS Global zu gelingen scheint. Wie den Performance-Zahlen zu entnehmen ist, konnte der Fonds seit Jahresanfang um mehr als 12 % zulegen.
Der neue Fondsmanager, der den LOYS Global vor zwei Jahrzehnten erfolgreich und groß gemacht hat, schickt sich an, dieses Kunststück ein weiteres Mal zu wiederholen. Auf den ersten Blick ist erkennbar, dass der LOYS Global nunmehr ein klares Profil aufweist. Wie der Name treffend sagt, investiert der Fonds weltweit und ist derzeit mit knapp der Hälfte seines Depots in amerikanischen Aktien investiert. Dabei konzentriert sich der Fondsmanager auf Qualitätstitel mit starken Marktpositionen in ihren jeweiligen Märkten und robusten Bilanzen. Unternehmen mit sehr hoher Verschuldung werden gemieden. Der aktuelle Schwerpunkt des Fonds liegt auf großkapitalisierten Unternehmen, zumal in den USA. Technologiewerte spielen in der derzeitigen Strategie des Fondsmanagers eine prominente Rolle. Ungeachtet dessen wird bei Zukäufen stark auf gesunde Bewertungsrelationen geachtet. Die aktuelle Kassenquote im LOYS Global beträgt 2,5 %.
Zugleich erwiesen sich die ersten sieben Monate des Jahres an den Börsen als anspruchsvoll. Der Krieg Israels und der USA gegen den Iran sorgte bekanntlich für rasch ansteigende Energiepreise, vor allem in Europa, Asien und Afrika. Allein der europäische Erdgaspreis legte von Anfang Januar bis Ende Juli um satte 100 % zu. Demgegenüber nimmt sich der Sprung um 45 % bei der Nordsee-Ölsorte Brent fast bescheiden aus. Besonders radikal erwiesen sich die Anstiege bei raffinierten Produkten, wie z. B. Diesel und Kerosin. Dabei kam in den letzten Wochen erschwerend hinzu, dass Ausfälle bei Lieferungen aus Russland angesichts gezielter ukrainischer Angriffe auf die Ölinfrastruktur des Aggressors die Engpässe verstärken. Ein Übrigens tun die anhaltenden Transportengpässe. Die Straße von Hormus ist geschlossen und auch am Roten Meer wird der Seetransport gefährlicher. Dass der niedrige Wasserpegel am Rhein auch den Binnentransport von Energieträgern behindert, kommt noch hinzu.
Nicht minder wichtig ist der Anstieg der Zinsen. In den Vereinigten Staaten ist die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen seit Kriegsbeginn im Iran um siebzig Basispunkte gestiegen. Bei einem öffentlichen Schuldenstand von ungefähr 40 Billionen Dollar führt eine Zinserhöhung um 0,7 % zu einer jährlichen Zusatzbelastung des Zinshaushaltes in Höhe von 280 Milliarden Dollar. Auch in Deutschland wächst der Zinshaushalt angesichts des eingeschlagenen Verschuldungsweges rasant an. Und die Zinsen für Staatspapiere sind stets Ankerzinsen für alle möglichen Arten von Konsumentendarlehen. Aber die steigenden Zinsen sind nicht nur Ausdruck der disziplinlosen Verschuldungsorgien. Vielmehr reflektieren sie zudem die flotte Geldentwertung, die seit vielen Jahren von den Notenbanken nicht in den Griff zu bekommen ist. Mit Recht kann man daher sagen, dass angesichts negativer Realzinsen die finanzielle Repression, die wir seit der großen Finanzkrise kennen, weiter anhält. Zinssparer und Steuerzahler, die durch die kalte Progression teilenteignet werden, zahlen einen großen Teil der Zeche für Beschlüsse, die von den Entscheidungsträgern in der Politik getroffen wurden.
Ungeachtet dessen präsentieren sich die Aktienmärkte in einem positiven Licht. Unternehmen passen sich an neue Gegebenheiten offenbar rascher und wirkungsvoller an, als dies staatliche Institutionen können. Es bleibt daher klug, die Aktienanlage auch in der Zukunft gegenüber anderen Alternativen zu bevorzugen.
Ihr Fondsmanager und Mitinvestor
Dr. Christoph Bruns
Chicago, 31.07.2026