Ethenea Marktkommentar vom 05.01.2026
Warum sollten Anleger Risiken eingehen? Weil Kapitalmärkte nur jene belohnen, die Unsicherheit akzeptieren. Schwankungen sind kein Makel, sondern die Voraussetzung für Rendite. Für einen Multi-Asset-Fonds heißt das:
- Sichere Anlagen (z.B. Tagesgeld, kurzlaufende Staatsanleihen) schützen zwar das Kapital, bieten aber meist nur geringe Rendite und können die Inflation langfristig kaum schlagen.
- Risikoreichere Anlagen (z.B. Aktien, Unternehmensanleihen, Immobilien, alternative Anlagen) schwanken stärker, haben aber historisch die höheren Ertragspotenziale geliefert.
Risikomanagement heißt daher nicht, Risiken zu vermeiden, sondern sie bewusst, kontrolliert und zielgerichtet einzugehen. Voraussetzung dafür ist eine klare Benennung und Messung der verschiedenen Risiken denn nur was definiert ist, kann auch gesteuert werden.
„Risiko entsteht dann, wenn Anleger nicht wissen, was sie tun.“
– sinngemäß nach Warren Buffett
Wozu dient Risikomanagement?
Risikomanagement verfolgt drei Ziele: Kapital schützen, Schwankungen steuern und das Rendite-Risiko-Verhältnis optimieren.
Der Schutz des Kapitals begrenzt insbesondere in Krisenphasen größere Verluste. Anleger können investiert bleiben und müssen nicht zu Tiefstkursen verkaufen. Durch das Steuern der Schwankungen wird die Volatilität der Fondsanteile so begrenzt, dass sie zum Risikoprofil der Zielkundschaft passt. Bei der Optimierung des Rendite-Risiko-Profils geht es nicht um die Frage „Wie viel Rendite wurde erzielt?“, sondern „Wie effizient wurde das zugeteilte oder eingegangene Risiko genutzt?“.
Risikomanagement ist somit kein Bremsklotz, sondern ein Steuerungselement: Es sorgt dafür, dass der Fonds auch schwierige Marktphasen durchlaufen kann, ohne den langfristigen Kurs aus den Augen zu verlieren.
Welche Risiken gilt es zu berücksichtigen?
Im Kontext des Portfoliomanagements ergeben sich Risiken auf mehreren Ebenen: von der organisatorischen Seite über den Gesamtmarkt bis hin zum Einzeltitel. Das zentrale Ziel eines Portfoliomanagers eines Multi-Asset-Fonds ist es, Chancen über viele Anlageklassen hinweg zu nutzen, ohne dass einzelne Risiken das Gesamtbild dominieren. Bevor die einzelnen Risikoarten im Detail besprochen werden, ist es wichtig, den Unterschied zwischen systematischem und unsystematischem Risiko zu verstehen.
Was bedeutet das für den Anleger?
Für Anleger eines Multiassetfonds ist es wichtig zu verstehen: Risiken werden nicht vermieden, sondern gezielt eingegangen, um langfristig Rendite zu erwirtschaften.
Die Unterscheidung zwischen systematischem und unsystematischem Risiko zeigt, dass sich ein Teil der Risiken durch intelligente Diversifikation deutlich reduzieren lässt, während systematische Risiken bewusst gesteuert und durch Risikoprämien vergütet werden müssen.
Ein professioneller Risikomanagementprozess sorgt dafür, dass alle Risiken erkannt, gemessen und bewusst gesteuert werden. So bleibt das Portfolio auch in wechselhaften Marktphasen in Ihrer Risikokomfortzone und bietet gleichzeitig realistische Chancen auf langfristigen Vermögensaufbau.
Die Entscheidung, Risiken einzugehen, ist stets mit einer systematischen Messung und Überwachung verbunden. Auf diese Weise wird aus abstrakter „Unsicherheit“ ein gesteuerter Prozess, in dem Chancen genutzt und Verluste begrenzt werden, ohne die langfristigen Anlageziele aus den Augen zu verlieren.
Risikomanagement ersetzt zwar nicht die Beschäftigung mit den eigenen Zielen, ist aber die Voraussetzung dafür, dass ein Fonds diese Ziele über viele Marktzyklen hinweg überhaupt sinnvoll ansteuern kann.