Robustes Börsenhalbjahr

LOYS AG

Monatsbericht Loys AG - Juni 2026

Das erste Halbjahr des heurigen Jahres gerierte sich politisch und wirtschaftlich wild. Wer hätte gedacht, dass ein neuer Krieg im Nahen Osten eine zwischenzeitliche Öltransportkrise auslösen würde? Und wer hätte für möglich gehalten, dass die Ukraine den dortigen Krieg zunehmend in das russische Hinterland hineinträgt? Überdies wurden die schuldenfinanzierten Hoffnungen auf eine Rückkehr zu Wirtschaftswachstum in Deutschland bitter enttäuscht, seitdem klar wurde, dass die Regierung aus CDU/CSU und SPD lieber streitet, als zu reformieren?

Der Blick auf die Börsenergebnisse zum Halbjahr zeichnet ein viel günstigeres Bild. Wie bereits im Vorjahr führte der japanische Nikkei 225-Index den Börsentross der großen Wirtschaftsnationen mit einem Halbjahreszuwachs von knapp 40 % an. Wesentlich spektakulärer ging es an Nebenmärkten wie etwa Südkorea und Taiwan zu. Angeführt von einer boomenden Halbleiterindustrie kam es an der Börse in Seoul fast zu einer Kursverdoppelung. Chip-Aktien waren es auch, die an der Wall Street den Takt vorgaben und den S&P 500 um 10 % emporhievten. Dem mochten die europäischen Aktienmärkte nicht nachstehen. Der breite EuroStoxx 600 legte ebenfalls um ca. 10 % im Halbjahr zu.

Einmal mehr waren es gute Unternehmensergebnisse, die den Aufschwung begünstigten, wobei Computerhardware in den letzten sechs Monaten besonders glänzen konnte. Einen Ausdruck von der Dynamik bei Chip-Aktien geben beispielsweise die Kursentwicklungen bei Infineon oder Elmos Semiconductor. Die ehemalige Siemens-Tochter sah ihren Aktienkurs im Halbjahr um 100 % ansteigen. Bei Elmos waren es immerhin noch ca. 75 %.

Weniger sportlich ging es am Zinsmarkt zu. Während die Europäische Zentralbank die Leitzinsen angesichts hoher Inflation von 2 % auf 2,25 % anhob, vermeldeten langlaufende Anleihen in den letzten sechs Monaten fallende Kurse, sodass die Umlaufrendite deutscher Anleihen auf 2,9 % anstieg.

Leichtere Notierungen erlebte die Einheitswährung Euro in den letzten sechs Monaten. Gegenüber dem US-Dollar, dem chinesischen Yuan, dem britischen Pfund und dem schweizerischen Franken gab der Euro nach. Besonders negativ stellte sich die Situation bei Crypto-Münzen dar, wo der Bitcoin mit minus 30 % unter die Räder kam. Anderen Krypto-Münzen, von denen es mittlerweile Tausende gibt, erging es noch viel ärger.

Zu den negativen Überraschungen zählten derweil die Gold- und Silbernotierungen. Beide Edelmetalle brachen ihren vormaligen Höhenflug jäh ab und erlitten trotz der Krisen in der Welt heftige Kurseinbußen. Besser erging es Primärenergieträgern wie Öl, Gas, Uran und Kohle, wo die Preise mitunter deutlich anzogen.

Das nun begonnene zweite Halbjahr dürfte in Deutschland davon abhängen, ob es dem Land endlich gelingt, den jahrzehntelangen Wildwuchs des Staatswesens zurückzuschneiden und Märkten die Allokation über Heizungen, Autoantriebe etc. zu überlassen. Vor allem eine klügere Energie- und Standortpolitik ist vonnöten, um der Deindustrialisierung Einhalt zu tun.


Ihr Fondsmanager und Mitinvestor

Dr. Christoph Bruns

Chicago, 30.06.2026

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