Rohstoffe erlebten wilden Jahrgang

LOYS AG

Loys Capital Kolumne vom 06.01.2026

Ganz parallel zu den Aktienmärkten wiesen die Rohstoffmärkte im Jahr 2025 enorme Ausschläge bei den einzelnen Kategorien auf. Per Saldo aber stieg der breite Bloomberg Rohstoff Index im Vergleich zum Vorjahr um ca. 11 %. Dieser Durchschnittswert verdeckt jedoch die starken positiven und negativen Ausreißer.

Besonders der Metallsektor wusste sich im abgelaufenen Jahr mächtig in Szene zu setzen. Und wenngleich man es angesichts der stark auf den Goldpreis fokussierten Berichterstattung kaum ahnt, waren es in US-Dollar gerechnet Silber und Platin, die den Vogel mit Preisaufschlägen von 142 % bzw. 127 % abschossen. Dagegen nimmt sich der Zuwachs beim Gold mit 64 % geradezu mager aus. Den Edelmetallen gesellten sich auch die Industriemetalle hinzu, allen voran Kupfer und Zinn. Und das vielbesprochene Lithium konnte immerhin um 21 % zulegen.

Dem Jubel im Metallbereich steht indes ein Wundenlecken im Energiesektor gegenüber. Rohöl, gemessen an der Nordseesorte Brent, ist heute 20 % günstiger als noch vor Jahresfrist. Und die Ereignisse in Venezuela, Iran und der Ukraine dürften tendenziell zu einem größeren Angebot von Erdöl bei gleichzeitig stagnierender Nachfrage führen. Angesichts der immensen Nützlichkeit von Öl ist es bemerkenswert, dass eine Feinunze Silber (31,1 Gramm) heute teurer ist als ein Fass Öl (159 Liter). Angesichts einer recht hohen Geldentwertung in den letzten Jahren ist festzuhalten, dass Erdöl deflatorische Einflüsse entfaltet und die Verbrauchernationen diesbezüglich stark entlastet. Dies gilt umso mehr, als das in US-Dollar gehandelte Öl in Euro gerechnet nachgerade einen Crash im Jahr 2025 hingelegt hat.

Durchaus ähnlich sieht es beim Erdgas aus, dessen Börsenpreis vor allem in Europa deutlich (40 %) zurückgegangen ist. Dies ist als Teil einer Normalisierung zu sehen, die nach der Vervielfachung des Erdgaspreises im Jahr 2022 inzwischen weitgehend abgeschlossen ist.

Die größten Ausschläge nach unten wurden jedoch bei Agrargütern beobachtet. Orangensaftkonzentrat stürzte um 59 % ab und der im Jahr zuvor emporgeschnellte Kakaokurs halbierte sich. Auch Zucker und Weizen hatten ein schwaches Jahr. Einmal mehr spielten dabei die Faktoren Wetter und Zölle eine mitbestimmende Rolle. Bei den volumenstarken Getreidesorten Mais und Soja führen Staatseingriffe zu verzerrten Mengen und Preisen. Zuletzt wurde etwa in den USA beschlossen, den Anbauern dieser beiden Sorten finanziell mit Subventionen in Höhe von 12 Milliarden Dollar unter die Arme zu greifen, nachdem der Handelsstreit mit China zu geringeren Verkäufen nach Fernost führte.

Überhaupt fällt auf, wie stark die Kurse für Rohstoffe mittlerweile vom politischen Aktivismus abhängen. Das gilt keineswegs nur für die sog. ´Seltenen Erden´, sondern im Grunde für die allermeisten Roh-Güter. Wir müssen uns daran erinnern, dass die Unterzeichnung des Mercosur-Freihandelsvertrages mit den Staaten Südamerikas zuletzt deshalb abgesagt werden musste, weil sich der europäische Agrar-Protektionismus erfolgreich dagegen gewehrt hat. Man geht nicht fehl, wenn man feststellt, dass der Zeitgeist derzeit nicht in auf Freihandel und Marktwirtschaft gebürstet ist. Vielmehr dürfte der Ausdruck forcierte ´Staatslenkung´ eine richtige Beschreibung des weltweiten Status quo darstellen. 


Aus Chicago

Ihr

Dr. Christoph Bruns

Loys-Fonds kaufen Sie über FondsSuperMarkt zu besonders günstigen Konditionen!

  1. Dauerhaft 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag
  2. Kostenloses Depot
  3. Keine Transaktionskosten
  4. Sichere Verwahrung in Ihrem persönlichen Depot bei einer deutschen Depotbank

mehr erfahren


Rechtliche Hinweise

© LOYS AG 2025 - All Rights Reserved