Ethenea Aktuelles vom 17.03.2026
Die US-Wirtschaft verliert an Schwung. Im Februar verlor der Arbeitsmarkt 92.000 Stellen. Der unerwartete Rückgang schürt die Angst vor einer rückläufigen Konjunktur. Bemerkenswert: Auch die Zahlen der Vormonate wurden nach unten korrigiert. Im Dezember gab es tatsächlich 17.000 Jobs weniger statt der gemeldeten 48.000 neuen Stellen. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,4 Prozent.
Inflation: Zwischen Ölpreis-Schock und KI-Boom
Die Inflation ist nur knapp über dem 2%-Ziel mit 2,4 % in der Headline und 2,5 % Core (Februar-Zahl). Das sollte eigentlich für Entspannung sorgen. Aber die Sorgen um den Ölpreis dürften zumindest kurzfristig zu höheren Inflationserwartungen führen.
Doch langfristig gibt es einen Gegenspieler: Künstliche Intelligenz. Fortschritte in der Produktivität könnten es Unternehmen ermöglichen, Lohnsteigerungen ohne Preiserhöhungen aufzufangen. Das wirkt dämpfend auf die Inflation.
Der "Faktor Warsh": Ein Strategiewechsel steht bevor
Die Märkte unterschätzen den Zinssenkungsspielraum und preisen fast schon stoisch eine Zinssenkung für 2026 ein, die Chance auf eine weitere bis Ende 2026 wird mit 10 % bewertet. Wir halten diese Sichtweise für rein spekulativ und fundamental nicht haltbar. Ein Grund ist der mögliche neue Fed-Chef Kevin Warsh. Er gilt historisch als Befürworter niedriger Zinsen. Mit ihm an der Spitze könnte die Fed schneller reagieren und einen lockereren Kurs einschlagen. In Kombination mit den AI-induzierten Produktivitätsgewinnen sehen wir Raum für deutlich mehr Zinssenkungen als derzeit eingepreist.
Fazit
Der amtierende Fed-Vorsitzende Jerome Powell dürfte am 18 März erneut bekräftigen, dass die Geldpolitik "von Sitzung zu Sitzung" entschieden wird. Die Fed wird den Leitzins wohl bei 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Doch das Bild dreht sich: Mit Kevin Warsh stünde ein echter Paradigmenwechsel bevor. Sein Kurs ist kein blindes Reagieren auf Daten, sondern ein klares wirtschaftliches Konzept:
- Mutige Zinssenkungen am kurzen Ende, um die Wirtschaft zu stützen.
- Marktbasierte Zinsen am langen Ende, statt künstlicher Eingriffe.
- Ein konsequenter Abbau der Fed-Bilanz, um die Märkte wieder atmen zu lassen.
Das bietet Chancen.