Suspicious Minds

Greiff capital management AG

Greiffbar – Investments zum Anfassen vom 09.01.2026

Jailhouse Rock

Diese Woche hätte Elvis Presley seinen 91. Geburtstag gefeiert. Der King of Rock’n’Roll, der Mann, der aus Musik ein globales Ereignis machte, aus Rebellion ein Geschäftsmodell und aus Bühnenpräsenz Macht. Und selten passte ein musikalischer Auftakt besser zur Weltlage als Jailhouse Rock. Donald Trump greift in Venezuela durch, Nicolás Maduro wird festgenommen und die Weltpolitik schwenkt in einen Modus, der mehr nach Show als nach Diplomatie klingt. Macht, Öl, Ordnung und Inszenierung verschmelzen zu einem geopolitischen Bühnenstück, bei dem Regeln biegsam wirken und der Tonfall rauer wird. Trump gibt den Frontmann, laut, dominant, überzeugt davon, dass die Bühne ihm gehört. Trouble liegt wieder in der Luft, und wer glaubt, internationale Politik sei ein stilles Kammerspiel, sollte besser die Lautsprecher höher drehen. Die Märkte reagieren erstaunlich kontrolliert. Ein Zucken bei den Energiepreisen, ein kurzer Blick auf Rohstoffe, dann läuft der Handel weiter. Vielleicht, weil man sich an diese Form der politischen Dramaturgie längst gewöhnt hat. You ain’t nothing but a headline, heißt es oft. Doch manche Schlagzeilen verändern den Rhythmus, auch wenn sie nicht sofort die Charts stürmen.

Viva Las Vegas

Während geopolitisch der Bass dröhnt, spielt die Technologiebranche ihre eigene Show. Die Consumer Electronic Show, kurz CES, in Las Vegas ist eröffnet und Viva Las Vegas ist mehr als nur ein Songtitel, es ist das Selbstverständnis der Tech-Welt. Künstliche Intelligenz, Robotik, Chips, smarte Geräte, alles blinkt, alles verspricht Zukunft, alles will Applaus. An den Börsen spiegelt sich das bereits in den ersten Handelstagen des Jahres. Die Nasdaq startet deutlich stärker als der Dow Jones oder der S&P 500. Wachstumswerte greifen wieder zum Mikrofon, während defensivere Titel noch im Hintergrund stehen. Nach dem großen KI-Rausch des vergangenen Jahres ist das Publikum allerdings kritischer geworden. A little less conversation, a little more action lautet das neue Mantra der Investoren. Visionen sind willkommen, belastbare Geschäftsmodelle Pflicht. Las Vegas bleibt der Ort, an dem Hoffnungen geboren werden. Manche schaffen es bis in die Charts, andere erleben ein schnelles Return to Sender. Auch das gehört zur Show. Der Unterschied zwischen Hit und Eintagsfliege entscheidet sich nicht auf der Bühne, sondern später in den Bilanzen.

Can´t Help Falling in Love

Und dann ist da noch die deutsche Börse, die zum Jahresbeginn ihre romantische Seite zeigt. Der DAX steigt erstmals über 25.000 Punkte, ein Rekordhoch, getragen von Liquidität, Zuversicht und der spürbaren Entspannung bei den Preisen. 2,0 Prozent Inflation im Euroraum, 1,8 Prozent in Deutschland. Zahlen, die Vertrauen schaffen und Raum für weitere Zinssenkungen lassen. Doch wie in vielen Elvis-Songs liegt unter der Melodie auch ein melancholischer Ton. Fast 24.000 Unternehmensinsolvenzen in Deutschland im Jahr 2025, dazu 76.000 Privatinsolvenzen. Auch ein 20-Jahreshoch! Das ist das Heartbreak Hotel hinter der glänzenden Indexfassade. Während Kurse neue Höhen erklimmen, kämpfen viele Unternehmen ums wirtschaftliche Überleben. Suspicious Minds wären also angebracht, wenn Euphorie allzu sorglos wird. Trotzdem bleibt die Anziehungskraft der Märkte ungebrochen. Anleger wissen um die Risiken, sie sehen die Bruchstellen, sie hören die schiefen Töne. Und investieren dennoch. Wise men say, only fools rush in, aber an der Börse gilt eben auch: Wer nicht tanzt, verpasst den Song. Vielleicht ist das der Kern dieser ersten Woche im neuen Jahr. Hoffnung ist irrational, aber sie treibt Märkte an. Elvis wusste das. Er wusste, dass Gefühl stärker sein kann als Analyse und Timing. Die Börsen hätten ihm vermutlich gefallen. Die Welt wirkt unruhig, widersprüchlich und laut. Aber irgendwo zwischen Burning Love und If I Can Dream bleibt dieser eine Gedanke, der jedes neue Börsenjahr antreibt: Viel Drama, große Bühne, ein bisschen Größenwahn und immer wieder dieser unwiderstehliche Refrain. They just can’t help falling in love.

Ihr Volker Schilling

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