TBF erhält Auszeichnung als aktiver Asset Manager für Japanische Aktien

TBF

TBF Beitrag vom 21.09.2026

Hier ein kleiner Einblick in den jüngsten Fieldtrip nach Japan:

Zehn Tage, dicht getaktete Unternehmensbesuche, ein letztes Meeting am Fuß des Fuji, dem höchsten Berg Japans. Und am Ende steht ein Bild, das deutlich klarer ist als jeder Research Report aus der Ferne. Japan ist gerade der Ort, an dem sich mehrere der großen Investmentthemen der nächsten Jahre gleichzeitig verdichten. Physische Künstliche Intelligenz (KI), Energiewende zurück zur Kernkraft, Netzausbau, Rohstoffsicherung, Verteidigung. Die Vor-Ort-Termine lieferten uns konkrete Einblicke in mehrere dieser Themen.

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an. Physische KI ist in Japan kein Zukunftsthema, sie läuft schon in den Fabrikhallen. Jensen Huang hat es selbst auf den Punkt gebracht: „Digitale Intelligenz ist schön, aber physische Intelligenz wird um den Faktor zehn größer werden.“ Und man merkt, dass die Botschaft in Japan angekommen ist. Nvidia taucht in Grußbotschaften auf, wenn ein japanischer CEO auf die Bühne geht. Huang selbst war erst vor wenigen Wochen im Land, hat reihenweise Unternehmenslenker getroffen. Für Japan mit seiner Tradition in Robotik, Humanoiden und Factory Automation ist das kein Nischenthema, sondern die logische Fortsetzung von etwas, das dort seit Jahrzehnten Kernkompetenz und Notwendigkeit ist. Automatisierung war bisher vor allem im Automobilbereich präsent. Das ändert sich gerade – neue Branchen, neue Fertigungsprozesse, aber die gleichen Player und Zulieferer.

Apropos Automobilbereich. 2026 ist für die Branche weltweit ein Annus Horribilis – ein schreckliches Jahr – das war in praktisch jedem Gespräch Konsens. Die dennoch interessante Wendung: fast alle rechnen mit einer Bodenbildung im zweiten Halbjahr und einem spürbar freundlicheren ersten Quartal. Das wäre Rückenwind, den viele Unternehmen dringend brauchen können.

Der Konsument selbst lebt – und zwar gut. Kaufhäuser voll, Einkaufsstraßen voll. Reisen ins Ausland ist wegen des schwachen Yen teurer geworden, aber das bremst die Kauflaune zuhause nicht. Was auffällt: Onlinehandel bleibt in Japan eine Randerscheinung. Der Japaner kauft stationär, schätzt das Erlebnis vor Ort. Und noch eine stille Beobachtung am Rande: Chinesische Touristen sieht man kaum noch im Straßenbild, wenn überhaupt sind es Taiwanesen. Die politischen Spannungen mit China sind selbst im Alltag sichtbar geworden.

Der zweite große Strang war Energie – und der ist massiv. Japan hat sich CO2-Neutralität verordnet, will Kernkraft wieder auf 20 Prozent der Stromerzeugung hochfahren. Reaktoren, die eigentlich am Ende ihrer geplanten Laufzeit stehen, werden reaktiviert. Andere werden erneuert und bleiben deutlich über die ursprünglich geplanten 40 Jahre hinaus am Netz. Angst vor Kernkraft, wie man sie aus Deutschland kennt, spielt hier trotz Fukushima praktisch keine Rolle. Viele der Unternehmen, mit denen wir gesprochen haben, sitzen irgendwo in dieser Lieferkette, sei es bei Reaktortechnologie, sei es bei der Entsorgung nuklearer Abfälle. Das Thema ist gerade richtig spannend.

Parallel dazu brummt die klassische Netzinfrastruktur. Kabelhersteller berichten von vollen Auftragsbüchern, Transformatoren und Gasturbinen sind gesucht wie lange nicht. Elektrifizierung und Netzausbau sind kein deutsches oder amerikanisches Phänomen, das ist global, und Japan sitzt mit vielen prominenten Unternehmen, die wir getroffen haben, mitten in dieser Lieferkette. Die vor Ort beobachtete Nachfrage nach Netzinfrastruktur betrifft Bereiche, die zum Anlageuniversum des TBF SMART POWER gehören.

Verteidigung und Rüstung sind ebenfalls ein riesiges Thema, nur redet keiner so ganz offen darüber. Sehr auffällig, wie schmallippig die Unternehmen in diesen Gesprächen wurden. Auffällig war die zurückhaltende Kommunikation vieler Unternehmen zu Verteidigungsthemen. Japan ist historisch stark entmilitarisiert, japanische Rüstungsunternehmen durften bislang kaum exportieren. Beides lockert sich gerade, nur eben leise, ohne große Ankündigungen. Investiert wird in Digitalisierung der Wehrfähigkeit, in autonome Systeme zu Wasser und in der Luft, und im Weltraum. Japan schießt eigene Satelliten hoch – und dafür wird zunehmend Geld lockergemacht.

Rohstoffsicherung war das Thema, das sich am hartnäckigsten durch die Gespräche gezogen hat. Bei Exportbeschränkungen aus China können Lieferketten für bestimmte Rohstoffe unter Druck geraten. Wir haben von konkreten Fällen gehört, wo seltene Erden oder bestimmte Metalle einfach nicht mehr kamen. Der Unterschied zu vielen westlichen Unternehmen: Japan hat 2011 seine Lektion gelernt, als China aus politischen Gründen den Hahn zudrehte. Seitdem wurden neue Lieferketten aufgebaut, Beteiligungen in anderen Ländern gesichert. Das hilft heute, ändert aber nichts daran, dass man hier wachsam bleiben muss.

Und dann Immobilien – praktisch das Gegenprogramm zu Europa. Trotz drei Prozent Zinsen wird in Tokio gebaut wie verrückt. Büroflächen sind knapp, es wird aufgestockt und aufgewertet. Im Wohnbereich geht der Trend klar Richtung hochwertig, und viele Käufer zahlen schlicht bar. Manche Unternehmen trennen sich aktuell aber sogar bewusst von strategischen Immobilien, um Kapital in wachstumsstärkere operative Bereiche umzuschichten, ohne sich dafür verschulden zu müssen. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Was bleibt hängen nach zehn Tagen? Japan ist gerade ein Land, in dem sich Themen wie physische KI, die Rückkehr der Kernkraft, Netzausbau, Rohstoffsicherung und eine leise, aber real wachsende Verteidigungsindustrie gleichzeitig abspielen – und zwar nicht theoretisch, sondern in echten Auftragsbüchern und echten Investitionsentscheidungen. Für uns, die wir Smart Power, Energieinfrastruktur oder physische Automatisierung auf dem Zettel haben, war das kein Nice-to-have-Trip, sondern ein absolutes Pflichtprogramm und reiht sich ein in die langjährige Tradition der TBF Unternehmensbesuche im Land der aufgehenden Sonne.

Die genannten Themen finden sich je nach Portfolioausrichtung auch in japanischen Aktienpositionen des TBF JAPAN, TBF SMART POWER, TBF GLOBAL TECHNOLOGY (The Bright Future Fund) und weiterer globaler Portfolios wieder.

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