Ethenea Marktkommentar vom 05.02.2026
Fonds und Autos
Da steht er. Der Nachbar. Jeden Samstag. Er wäscht seinen Wagen. Er streichelt das Blech, bis es glänzt wie eine Träne im Sonnenlicht. Die Felgen staubfrei. Der Motorraum so sauber, dass man daraus essen könnte. Dann fährt er ihn zurück in die dunkle Garage. Decke drüber. Schloss vor. Die Begründung: „Draußen ist es gefährlich. Der Krieg, die Zölle, der Regen.“ Das ist die Realität des deutschen Geldvermögens.
Ende 2025 hat das Privatvermögen in Deutschland laut Hochrechnungen die Marke von 10 Billionen Euro überschritten. Eine Eins mit dreizehn Nullen. Eine gigantische Summe, gewachsen um gut 6 % im Vergleich zum Vorjahr. Doch der Blick unter die Motorhaube offenbart das Problem: Über 35 % dieses Kapitals – rund 3,6 Billionen Euro – liegen fast ungenutzt auf Konten oder als Bargeld herum.
Die Deutschen lassen den Wohlstandsmotor im Leerlauf verrußen.
Viele Sparer haben Angst vor der „Fahrt“ an der Börse. Sie sehen die Schlaglöcher: den Ukraine-Krieg, globale Handelskonflikte oder die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz. Also bleiben sie stehen. Doch Stillstand ist keine Sicherheit. Die Zinseinnahmen bei Bankeinlagen sinken bereits wieder – von 29 Mrd. Euro im Jahr 2024 auf nur noch 25 Mrd. Euro im Jahr 2025.
Wer nicht fährt, verliert.
Diejenigen, die 2025 den Mut hatten, den Gang einzulegen, wurden belohnt:
- Der DAX lieferte eine Performance von 23 % ab.
- Allein durch Kursgewinne bei Aktien und Fonds flossen voraussichtlich 290 Milliarden Euro in die Taschen der Privathaushalte.
- Das ist kein Glücksspiel – das ist die PS-Stärke unserer Wirtschaft, die wir für uns arbeiten lassen.
Portfolio-Manager sind wie Ingenieure und Testfahrer. Das gesamte System wird optimiert. Als globaler Makro-Investor schauen wir auf die globalen Bedingungen, die Zinskurven und die politische Landkarte. Wir entscheiden, wann Vollgas wichtig ist (Aktien) und wann eher ein defensiver Fahrstil (Anleihen) angebracht ist.
Drei Eckpunkte:
- Vom Sparer zum Investor: Wer nur spart, parkt und kommt nicht vorwärts. Wer investiert, fährt und legt wichtige Meter zurück.
- Die Strecke im Blick: Die Prognosen für 2026 sind positiv; das Vermögen wird voraussichtlich um weitere 5 % auf 10,5 Billionen Euro wachsen.
- Beteiligung am Motor: Aktien sind eine Beteiligung am Rückgrat unserer Gesellschaft: den Unternehmen, die diesen Wohlstand erst erschaffen.
Fonds und Autos sind Instrumente der Freiheit. Doch Freiheit braucht Bewegung. Wer das Garagentor geschlossen hält, schützt sein Vermögen nicht vor der Welt – er enthält ihm die Zukunft vor.
Für 2026 rechnen verschiedene Prognosen mit einem weiteren moderaten Anstieg des privaten Vermögens in Deutschland. Ökonomen weisen generell darauf hin, dass langfristige Kapitalmarktanlagen historisch höhere Erträge ermöglichten als reine Spareinlagen.
Die Zeit ist also gekommen, das Kapital dorthin zu bringen, wo die Substanz wächst: auf die Straße der wirtschaftlichen Beteiligung. Strategisch, kontrolliert und mit dem Blick weit nach vorn. Diese Straße wartet – fahren wir los.