BANTLEON News vom 24.09.2026
Die Kurskorrektur an den etablierten Aktienmärkten in Europa und den USA ist vergleichsweise moderat ausgefallen. Das charttechnische Bild von Eurostoxx50 und S&P500 hat sich dadurch aufgehellt. Die markttechnischen Indikatoren haben ebenfalls korrigiert, sodass Raum für weitere Kursanstiege geschaffen wurde. Gleichzeitig deutet das überaus negative Sentiment der Anleger auf eine Kapitulation und damit einen unteren Wendepunkt an den beiden Aktienmärkten hin. Übergeordnet dürften Eurostoxx50 und S&P500 aber in den nächsten Monaten wieder deutlich steigen.
Das Allzeithoch des Eurostoxx50 von 6.577 Punkten liegt nur wenige Handelswochen zurück. Seitdem hat der Gegenwind aus Ölpreisanstieg, Inflationsangst und steigenden Leitzinsen zu einer Korrektur von knapp 6% geführt. Der europäische Leitindex notiert damit wieder auf den Niveaus vom Juli. In den nächsten Monaten hat der Eurostoxx50 aber übergeordnet wieder deutliches Aufwärtspotenzial:
Positiv fällt zunächst auf, dass durch den Kursrückgang der vergangenen Wochen kein charttechnischer Schaden angerichtet worden ist. Die Unterstützungslinie bei 6.200 Punkten, die bereits im Februar etabliert und seitdem mehrfach getestet wurde, hat erneut gehalten. Mithin hat der Index vor dem jüngsten Fed-Zinsentscheid mit einer »Hammer«-Chartformation sogar ein überzeugendes Umkehrsignal geliefert. Trotzdem kann zunächst noch ein weiterer Test zur Bestätigung dieser Marke oder sogar ein Unterschreiten drohen. Eskaliert zum Beispiel die geopolitische Lage erneut, könnte ein weiterer Kursrückgang den Index in Richtung 200-Tage-Linie bei 6.063 Punkten drücken. Knapp darunter bei circa 6.000 Punkten befindet sich jedoch bereits eine weitere Unterstützungslinie, sodass die Bären recht schnell mit Gegenwind zu rechnen hätten. Somit erscheint der Spielraum für Kursrückschläge unterhalb der Marke von 6.200 mit einem Minus von etwa 3% überschaubar.
Unser bevorzugtes Positiv-Szenario ist daher eine Stabilisierung oberhalb der Unterstützung, wobei der Eurostoxx50 zunächst aus dem während der Korrektur seit August entstandenen kurzen Abwärtstrend ausbrechen sollte. Dies kann durch eine Seitwärtsbewegung bis in die ersten Oktoberwochen geschehen oder aber durch einen Ausbruch oberhalb von 6.350 Punkten. Darüber gibt es mit 6.498 Punkten nur ein Zwischenhoch vom 28. August, bis das Allzeithoch in Sichtweite gerät.
Eurostoxx50: Markttechnik weist auf erhebliches Kurspotenzial hin
Das markttechnische Indikatorenbild unterstützt unser Positiv-Szenario. Die Abwärtsbewegung im Eurostoxx50 hatte zunächst zu einem Verkaufssignal beim MACD-Indikator geführt. Dies ist noch intakt, aber der Indikator beginnt sich bereits abzuflachen, sodass hier in den nächsten Tagen ein Kaufsignal entstehen könnte. Das Momentum hat bereits – trotz zunächst noch schwächerer Kurse – nach oben gedreht, womit sich hier eine positive Divergenz ausgebildet hat. Am überzeugendsten ist sicherlich die Stochastik, zeigt sie doch ein überverkauftes Niveau auf den Niveaus der Aktienmarktrücksetzer aus dem Jahr 2025 und vom März 2026. Daraus ergibt sich für den Eurostoxx50 ein beträchtliches Erholungspotenzial, bevor die Indikatoren weitere Kursanstiege begrenzen.
S&P500: Rücksetzer sind Kaufgelegenheiten
Noch weniger als der Eurostoxx50 hat sich bisher der US-Leitindex S&P500 von steigenden Zinsen und einem Ölpreis oberhalb von 100 US-Dollar beeindrucken lassen. Seit dem Erreichen des Allzeithochs am 17. August bei 7.810 Punkten hatte der S&P500 bis zur zurückliegenden Handelswoche gerade einmal 3% abgegeben. Blickt man etwas weiter zurück, so tendiert der Index seit Mai seitwärts. Das aktuelle Kursniveau liegt somit knapp über der Mitte der Range zwischen 7.250 und 7.800 Punkten. Im Umfeld des jüngsten Fed-Zinsentscheids bildete der S&P500 eine Tageskerze aus, die man als Sell-off und damit mögliches Zwischentief (7.507 Punkte) interpretieren kann. Selbst ein nochmaliger Rücksetzer nach der Fed-Sitzung wäre zunächst nur eine Bestätigung dieser Kursmarke. Setzt sich der Index jedoch nach oben ab, wäre sehr schnell wieder das Allzeithoch als neue Widerstandslinie erreicht. Bei einem Durchbruch ist ein Indexstand zwischen 8.000 und 8.200 Punkten zum Jahresende erreichbar. Übernehmen dagegen die Bären das Ruder, so ist das Rückschlagspotenzial zunächst durch die untere Begrenzung der Kursrange seit Mai im Bereich 7.300 bis 7.250 Punkte begrenzt. Wird dieses Unterstützungsbündel wider Erwarten durchbrochen, so dürfte bei 7.178 Punkten die 200-Tage-Linie den Bären Einhalt gebieten. Aus charttechnischer Sicht ist somit jeder Rücksetzer eine Kaufgelegenheit.
Kurzfristig unterstreicht der markttechnische Indikatoren-Mix das Bild einer zunächst noch andauernden Seitwärtsbewegung innerhalb der erwähnten breiten Range. Sowohl der MACD- als auch der RSI-Indikator haben sich durch die Atempause auf moderate Niveaus zurückgebildet und damit normalisiert. Die Stochastik ist bereits im überkauften Bereich angekommen und deutet zusammen mit dem anziehenden Momentum auf steigende Kurse hin.
Sentimentindikatoren: Pessimismus ist antizyklisches Kaufsignal
Ein Blick auf die Sentimentindikatoren lässt zunehmenden Pessimismus und damit eine Kapitulation der Anleger erkennen. Der Anteil der Bullen im AAII Investor Sentiment Survey ist auf 29% zurückgegangen. Dieses Niveau wurde zum letzten Mal im September 2025 erreicht. Neutral positioniert sind gerade noch 18% der Anleger, während der Anteil der Bären auf ein Jahreshoch von 53% gestiegen ist. Damit wird deutlich, wie viele Anleger ins Bärenlager gewechselt sind, was angesichts der vergleichsweise moderaten Korrektur an den europäischen und amerikanischen Aktienmärkten überrascht. Weiter fallende Kurse dürften also das Anlegersentiment nicht mehr nachhaltig verschlechtern, dafür könnten steigende Kurse ein deutliches Kaufpotenzial freisetzen.
In die gleiche Richtung zeigt auch das Put-Call-Verhältnis der Chicago Board Options Exchange. Dies hat mit 0,69 wieder ein stark erhöhtes, wenn auch nicht kritisches Niveau erreicht. Dieser Indikator fließt auch in den oft zitierten »Fear & Greed«-Indikator von CNN ein, der knapp an der Schwelle zu extremer Angst steht – und damit ebenfalls kurz vor einem Kaufsignal.