Fokus Wohnen Deutschland geschlossen: Was das für Anleger bedeutet

FondsSuperMarkt

Die Rücknahme und Ausgabe von Anteilen am Immobilienfonds FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND wurde zum 26. Februar 2026, 12:00 Uhr, ausgesetzt. Wir klären, was die Schließung für Anleger bedeutet.

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Was bedeutet die Schließung des FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND für Anleger?

Kauf/Verkauf
Der Immobilienfonds hat die Anteilrückgabe und -ausgabe ausgesetzt. Das bedeutet, dass Anleger den Fonds weder verkaufen noch kaufen können.
 

Bereits gekündigte Anteile
Ein Verkauf von Immobilienfonds kann in der Regel nur unter Einhaltung folgender Fristen erfolgen:

  • Kündigungsfrist von 12 Monaten
  • Mindesthaltefrist von 24 Monaten

Anteilrückgaben, die bis zum 26. Februar 2026 fällig waren, wurden ordnungsgemäß ausgeführt. Das bedeutet: Alle Rückgabebegehren, die bis zum 26. Februar im Vorjahr, also 2025, wirksam erklärt wurden, sind bis zum 26. Februar 2026 ausgeführt worden.

Alle Rückgabebegehren, die danach eingegangen sind, können erst nach einer möglichen Öffnung ausgeführt werden. Maßgeblich ist der dann gültige Rücknahmepreis.


Regelmäßige Zahlpläne
Sämtliche Sparpläne und Auszahlpläne werden automatisch gestoppt. Betroffene Kunden werden von den Banken schriftlich informiert.
 

Warum wurde der FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND geschlossen?

Der Fonds wurde vorübergehend geschlossen, weil nicht genug Geld verfügbar ist, um alle Anleger auszuzahlen, die ihre Anteile zurückgeben möchten. Gleichzeitig muss genug Geld vorhanden sein, um die Immobilien des Fonds weiterhin ordnungsgemäß zu verwalten. Beides wäre nicht mehr ausreichend gesichert, würde der Fonds weitere Auszahlungen vornehmen.
 

Wie kam es zu dieser Situation?
Ein wesentlicher Grund für die anhaltende Krise am Immobilienmarkt war die schnelle Zinssteigerung im Jahr 2022. Seitdem sind Kredite deutlich teurer geworden. Immobilienverkäufe dauern länger, und es werden insgesamt weniger Immobilien gehandelt. Offene Immobilienfonds spüren diese Entwicklung oft mit Verzögerung. Seit über zwei Jahren ziehen viele Anleger Geld aus solchen Fonds ab. Eine schnelle Verbesserung ist derzeit nicht in Sicht.

Auch der FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND ist davon betroffen. Seit Dezember 2025 haben sich die Mittelabflüsse weiter verstärkt. Die zuständige Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) IntReal International Real Estate Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH hat daher nach einer sorgfältigen Abwägung aller Argumente entschieden, die Anteilsrücknahme vorübergehend auszusetzen. Ziel ist es, die Interessen aller Anleger zu schützen – sowohl der investierten Anleger als auch derjenigen, die ihre Anteile zurückgeben möchten.
 

Wie geht es weiter?

Wie lange die Schließung dauert, ist noch unklar. Gesetzlich darf die Aussetzung bis zu 36 Monate dauern. Die Fondsgesellschaft möchte die Rücknahme aber so bald wie möglich wieder ermöglichen.
 

Verkauf von Immobilien
Während der Schließung sollen Immobilien zu angemessenen Bedingungen aus dem Fonds verkauft werden, um neues Geld zu beschaffen. Sobald wieder genug liquide Mittel vorhanden sind, kann die Rücknahme der Anteile fortgesetzt werden.

Seit 2024 hat der FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND bereits zehn Immobilien im Wert von rund 163 Millionen Euro verkauft. Weitere zehn Objekte wurden für den Verkauf ausgewählt und werden derzeit am Markt angeboten.
 

Ausschüttungen
Ausschüttungen an Anleger sind grundsätzlich auch während der Schließung möglich. Ob und wann sie erfolgen, hängt von der Ertragslage und der verfügbaren Liquidität des Fonds ab.
 

Wie ist der FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND im aktuellen Wohnimmobilienmarkt aufgestellt?

Der Immobilienfonds hält aktuell 45 Immobilien mit 2.743 Wohnungen und 163 Gewerbeeinheiten. Alle Objekte befinden sich in Deutschland, überwiegend in größeren Städten und Ballungsräumen. Das Netto-Fondsvermögen liegt bei über 640 Millionen Euro, das Brutto-Fondsvermögen bei knapp 1 Milliarde Euro (Stand 31.01.2026).

Trotz der aktuellen Herausforderungen am Immobilienmarkt gibt es weiterhin Chancen. In vielen Städten ist die Nachfrage nach Wohnraum höher als das Angebot. Da seit Jahren weniger Wohnungen gebaut werden als benötigt, sind stabile Vermietungsquoten und mögliche Mietsteigerungen grundsätzlich denkbar.
 

Was Anleger jetzt tun sollten

Auch wenn die Situation verunsichern kann, ist Besonnenheit wichtig. Eine breite Streuung über verschiedene aktiv gemanagte Fonds und Anlageklassen kann Risiken reduzieren. Anleger sollten die Gelegenheit nutzen und ihr Fondsdepot gezielt optimieren.

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