DPAM Kommentar von Ophelie Mortier vom 20.10.2026
- Das Paris Performance Ranking bewertet Staaten anhand der drei Säulen des Pariser Klimaabkommens: Emissionsminderung, Anpassung und internationale Unterstützung.
- Für institutionelle Anleger ist es entscheidend zu verstehen, wo klimabezogene Risiken und Chancen entstehen. Darauf basiert unser Ranking und wurde entwickelt, um über bloße Absichtserklärungen hinauszublicken und eine praxisnahe Perspektive auf die Klimakompatibilität von Staaten zu bieten.
- Wir setzen bewusst auf Innovation und praktische Anwendbarkeit. Darüber hinaus berücksichtigt es Aspekte wie Fairness und historische Verantwortung.
- Die Bewertung orientiert sich an drei Kernfragen: Sind die prognostizierten Emissionen mit einem 2°C-Pfad vereinbar, entsprechen sie einem fairen, am Verursacherprinzip orientierten Emissionsanteil, und verfügt das Land über die grundlegenden institutionellen Anpassungsstrukturen?
- Die Emissionsminderung bleibt der wichtigste Treiber der Unterschiede im Ranking.
Das Paris Performance Ranking soll zeigen, welche Staaten tatsächlich auf Kurs mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens sind, und setzt dabei auf konkrete Fortschritte statt auf bloße Absichtserklärungen. Der Ansatz geht über den Blick auf aktuelle Emissionen hinaus, da er Emissionsminderung, Anpassung und internationale Unterstützung sowie Fairness und historische Verantwortung berücksichtigt.
Für Schwellenländer wird die Säule der internationalen Unterstützung nicht berücksichtigt, im OECD-Modell bleibt sie jedoch relevant. Das Ranking ist als praxisnahes Analyseinstrument für Investoren gedacht, mit dem sich klimabezogene Risiken auf Länderebene bewerten, unterschiedliche Transformationspfade identifizieren und der Dialog mit Regierungen unterstützen lassen.
Die Bewertung von Anpassungsmaßnahmen erfolgt binär: Erfasst wird, ob Pläne und Berichte vorhanden und veröffentlicht sind, nicht aber deren Qualität oder Umsetzung. Die Methodik kann daher zu Ergebnissen führen, die von herkömmlichen Klimarisiko-Rankings abweichen, wobei die Emissionsminderung der wichtigste Treiber bleibt. Das Ranking ersetzt keine umfassenderen Analysen von Klimapolitik, Klimarisiken oder der Transformationsbereitschaft von Staaten, kann jedoch einen Mehrwert für den Dialog mit Staaten und die Analyse von Staatsanleihen bieten.
Paris Performance Ranking: Ausrichtung von Staaten im Vergleich
Das Paris Performance Ranking soll eine einfache, aber immer wichtigere Frage beantworten: Welche Staaten sind tatsächlich auf dem Weg zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens? In der Klimaanalyse reichen Absichtserklärungen allein längst nicht mehr aus. Entscheidend sind konkrete Fortschritte, denn der Klimawandel ist nicht nur ein Umwelt-, sondern auch ein Finanz- und Wirtschaftsthema. Der politische Rahmen, das Energiesystem und die regulatorische Entwicklung eines Landes können die langfristigen Anlageergebnisse maßgeblich beeinflussen.
Für institutionelle Anleger ist es entscheidend zu verstehen, wo klimabezogene Risiken und Chancen entstehen. Genau darauf basiert unser Ranking. Es wurde entwickelt, um über bloße Absichtserklärungen hinauszublicken und eine praxisnahe Perspektive auf die Klimakompatibilität von Staaten zu bieten. Dabei folgt es einer Überzeugung, die unseren Ansatz prägt: Es lohnt sich, ein nützliches und entscheidungsrelevantes Instrument bereitzustellen, auch wenn dieses weiterentwickelt werden kann. Statt auf einen perfekten Rahmen zu warten, der möglicherweise erst dann verfügbar ist, wenn er nicht mehr relevant ist, setzen wir bewusst auf Innovation und praktische Anwendbarkeit.
Die meisten bestehenden Länderrankings konzentrieren sich vor allem auf aktuelle Emissionen. Unser Ansatz geht darüber hinaus. Das Paris Performance Ranking orientiert sich an der ursprünglichen Struktur des Pariser Klimaabkommens und bewertet Staaten anhand seiner drei zentralen Säulen: Emissionsminderung, Anpassung und internationale Unterstützung. Darüber hinaus berücksichtigt es Aspekte wie Fairness und historische Verantwortung. Obwohl diese für das Pariser Klimaabkommen von zentraler Bedeutung sind, werden sie häufig nur am Rande betrachtet. Das Ergebnis ist eine umfassendere und stärker zukunftsorientierte Einschätzung der Paris-Ausrichtung von Staaten.
Was der Ansatz für Schwellenländer bedeutet
Dieser umfassendere Ansatz ist besonders wichtig, wenn das Ranking auf Schwellenländer ausgeweitet wird. Die globale Transformation wird nicht allein von den Industrieländern getragen. Schwellenländer spielen eine zunehmend wichtige Rolle bei Emissionen, Energienachfrage und Wirtschaftswachstum, stehen jedoch gleichzeitig vor besonderen Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf Resilienz und den Zugang zu Finanzierung. Aus diesem Grund trägt unser Rahmenwerk für Schwellenländer diesen Gegebenheiten Rechnung. In diesem Anlageuniversum wird die Säule der internationalen Unterstützung nicht berücksichtigt, da diese Verpflichtung im Rahmen des Pariser Abkommens in erster Linie für die Annex-I-Staaten gilt. Im OECD-Modell bleibt diese Dimension hingegen relevant, da sie dazu beiträgt, jene Länder zu identifizieren, die Klimaschutz nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch im globalen Kontext ernsthaft vorantreiben.
Ein praktisches Instrument für den Dialog mit Staaten und die Analyse von Anlagen: Für Investoren ist das Ranking als praxisnahes Analyseinstrument konzipiert. Es hilft dabei, klimabezogene Risiken auf Länderebene zu bewerten, unterschiedliche Transformationspfade zu identifizieren und den Dialog mit Regierungen zu unterstützen. Kurz gesagt: Es ermöglicht, über den reinen Blick auf CO2-Emissionen hinauszugehen und ein besseres Verständnis für die Transformationspfade, Resilienzstrukturen und die politische Handlungsfähigkeit einzelner Staaten zu entwickeln. Dabei misst das Ranking nicht isoliert die heutigen Emissionen, die Klimaanfälligkeit oder den Einsatz grüner Technologien. Stattdessen bewertet es Länder anhand von drei Paris-bezogenen Kernfragen:
- Sind die prognostizierten Emissionen mit einem 2°C-Pfad vereinbar?
- Entsprechen sie einem fairen, am Verursacherprinzip orientierten Emissionsanteil?
- Verfügt das Land über die grundlegenden institutionellen Anpassungsstrukturen, die im Rahmen des Pariser Abkommens erwartet werden?
Diese Methodik kann zu Ergebnissen führen, die von herkömmlichen Klimarisiko-Rankings für Staaten abweichen. So dürften die drei bestplatzierten Länder manche Beobachter überraschen. Das liegt daran, dass das Modell nicht lediglich Emissionsintensität oder kurzfristige Verwundbarkeiten erfasst, sondern die Paris-Ausrichtung eines Landes ganzheitlich bewertet.
Anpassung und Fairness sind dabei keine ergänzenden Faktoren, sondern zentrale Bestandteile des konzeptionellen Rahmens. Die höchsten Platzierungen erreichen daher in der Regel Länder, die glaubwürdige Fortschritte bei der Emissionsminderung mit einer vollständigen Umsetzung der Anpassungsprozesse verbinden. Staaten am unteren Ende des Rankings weisen dagegen Defizite bei der fairen Lastenteilung auf und sind teilweise nur begrenzt auf einen nationalen 2°C-Pfad ausgerichtet.
Wir räumen ein, dass die Bewertung von Anpassungsmaßnahmen weltweit nach wie vor eine Herausforderung darstellt. Unsere derzeitige Messmethode basiert auf binären Indikatoren, was auf den ersten Blick vereinfachend wirken mag. Erfasst wird, ob Pläne und Berichte vorhanden und veröffentlicht sind, nicht jedoch deren Qualität oder tatsächliche Umsetzung. Das ist zweifellos eine Einschränkung.
Gleichzeitig kann die Erfüllung dieser prozessbezogenen Anforderungen als grundlegendes und vergleichsweise schnell erreichbares Signal für ernsthafte Klimabestrebungen im Sinne des Pariser Abkommens verstanden werden. Die verwendeten Indikatoren sind daher nicht perfekt, bieten aber dennoch wertvolle Erkenntnisse. Zudem ist Anpassung nicht der Hauptfaktor für die Unterschiede im Ranking. Die Emissionsminderung bleibt der wichtigste Treiber.
Innerhalb der Emissionsminderung erweist sich insbesondere die Fair-Share-Perspektive als aufschlussreich. Die Kennzahl zum nationalen kosteneffizienten Transformationspfad differenziert innerhalb der Schwellenländer teilweise weniger stark als erwartet. Der um Gerechtigkeitsaspekte bereinigte Ansatz ermöglicht dagegen eine klarere Unterscheidung zwischen verschiedenen Gruppen von Nachzüglern: Einerseits Staaten mit einer schwachen Ausrichtung auf den nationalen Transformationspfad, andererseits Länder, deren schwache Bewertung vor allem auf Fair-Share-Kriterien zurückzuführen ist. Für Investoren, die ein differenziertes Verständnis von Transitionsrisiken auf Staatsebene entwickeln möchten, ist diese Unterscheidung von großer Bedeutung.
Fazit
Das Paris Performance Ranking wurde mit dem Anspruch entwickelt, transparent, fokussiert und praxisnah zu sein. Durch die Integration von Emissionsminderung, Anpassung und Fairness sowie die konsequente Berücksichtigung historischer Verantwortung bietet es einen robusten Rahmen zur Bewertung der Paris-Ausrichtung von Staaten mit einem klaren Fokus auf Klimagerechtigkeit. Die Verwendung einer geometrischen Aggregation verhindert zudem, dass Schwächen in einzelnen Bereichen durch Stärken in anderen übermäßig ausgeglichen werden, und stärkt so die Aussagekraft des Gesamtergebnisses.
Das Ranking ersetzt nicht umfassendere Analysen von Klimapolitik, Klimarisiken oder der Transformationsbereitschaft von Staaten. Gerade weil es jedoch fokussiert, nachvollziehbar und gleichzeitig ganzheitlich angelegt ist, kann es einen besonderen Mehrwert für den Dialog mit Staaten sowie für die Analyse von Staatsanleihen bieten. In diesem Sinne ist das Ranking nicht nur ein Analyseinstrument, sondern auch Ausdruck einer klaren Haltung. Es steht für die Bereitschaft, Innovation voranzutreiben und Investoren bereits heute einen nützlichen Rahmen zur Verfügung zu stellen, der laufend weiterentwickelt und verbessert werden kann. Weitere Informationen finden Sie in unserem interaktiven Paris Performance Ranking sowie in den entsprechenden Offenlegungshinweisen.