"Um die Finanzen kümmert sich mein Mann!"

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Solche Aussagen wie "Ich bin gut versorgt, ich bin ja verheiratet!" begegnen uns immer wieder. In klassischen Rollenmodellen liegt die finanzielle Verantwortung für die Familie häufig stärker beim Mann – etwa als Hauptverdiener oder bei der Altersvorsorge.

Doch was passiert im Falle einer Scheidung, einer längeren Krankheit oder im schlimmsten Fall beim Tod des Partners? Viele Familien verlassen sich auf ein gemeinsames finanzielles Fundament, ohne eine eigene Vorsorgestrategie für die Frau zu haben. Die Folgen können dramatisch sein.


Ein Blick in die Geschichte und die Gegenwart

Wussten Sie, dass Frauen in Deutschland erst seit 1962 ein eigenes Bankkonto eröffnen dürfen? Und dass sie bis 1977 die Erlaubnis ihres Ehemannes benötigten, um arbeiten zu gehen?

Auch heute zeigen Zahlen eine klare Schieflage:

  1. Frauen verdienen durchschnittlich rund 16 % weniger als Männer.
  2. Ihre Renten fallen im Schnitt bis zu 49 % geringer aus.
  3. Über die Hälfte der verheirateten Frauen – und sogar 63 % der ledigen Frauen – haben keine private Altersvorsorge.
  4. Viele Frauen beginnen gar nicht oder zu spät mit dem Investieren. Häufig fehlt der Zugang zu Finanzwissen oder das Vertrauen in die eigene Kompetenz.


Finanzielle Unabhängigkeit ist kein Selbstläufer, sondern eine Aufgabe

Karrierepausen, Teilzeitmodelle und unbezahlte Sorgearbeit prägen das Leben vieler Frauen. Das führt zu geringeren Einkommen, geringerem Vermögen und langfristig zu weniger Rente. Die finanzielle Abhängigkeit vom Partner ist oft das Ergebnis, und nicht selten ein Risiko.

Dabei sind die Herausforderungen klar benennbar:

  1. #GenderPayGap
    Der Gender Pay Gap beschreibt den Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenlohn von Männern und Frauen. In Deutschland liegt dieser aktuell bei rund 16 %. Ursachen sind unter anderem strukturelle Benachteiligungen, Teilzeitarbeit, Branchenwahl und mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen.
  2. #GenderPensionGap
    Frauen erhalten im Ruhestand durchschnittlich bis zu 49 % weniger Rente als Männer. Das ist ein direkter Effekt aus dem Pay Gap, familiär bedingten Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitjobs. Die Folge: Altersarmut ist weiblich.
  3. #GenderInvestmentGap
    Frauen investieren deutlich seltener und später als Männer, obwohl sie statistisch gesehen oft risikobewusster und erfolgreicher investieren. Grund dafür ist häufig mangelndes Finanzwissen oder fehlendes Vertrauen in die eigene Finanzkompetenz.
  4. #GenderLifetimeEarningGap
    Über das gesamte Erwerbsleben hinweg summiert sich die Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern auf Hunderttausende Euro. Das hat nicht nur Auswirkungen auf Konsum und Lebensstandard, sondern auch auf die Altersvorsorge und die finanzielle Unabhängigkeit.


Was es jetzt braucht: Informieren, handeln und profitieren

Die Finanzplanung von Frauen erfordert besondere Aufmerksamkeit. Finanzielle Gleichberechtigung beginnt dabei mit dem ersten Schritt: dem Willen, sich mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen. Positiver Nebeneffekt: Beide Partner behalten so einen grundlegenden Überblick über die gemeinsame finanzielle Situation.

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