Von TINA zu TARA

Ethenea "Aktuelles" vom 04.11.2022

Wer eine positive Realrendite einfahren möchte, kommt kaum am Aktienmarkt vorbei. Diesen Status haben Aktien insbesondere im Niedrig(st)zinsumfeld der letzten Dekade gewonnen. In den zehn Jahren zwischen (Anfang) 2012 und (Ende) 2021 stand einer Aktiengewinnrendite von durchschnittlich 5,8 % im S&P 500 eine Rendite von 2,0 % bei 10-jährigen US-Staatsanleihen gegenüber. Letztere konnten also gerade so die Inflationsrate kompensieren. Der Renditevergleich zwischen Staatsanleihen höchster Bonität und Aktienmarkt hinkt natürlich, da er die unterschiedlichen Risikoprofile ausklammert. Allerdings rentierten auch US-Unternehmensanleihen, die sich am Rande zum Ramschstatus bewegten (BBB-Anleihen), im genannten Zeitraum im Durchschnitt gerade einmal mit 3,6 %.

Aufgrund dieses realen Renditedrucks waren auch konservativere Multi-Asset-Investoren, beispielsweise Versicherungen, in den letzten Jahren dazu gezwungen, die Risikoskala weiter hochzusteigen. Folglich wurde das Engagement im Anleihenmarkt zugunsten des Aktienmarktes abgebaut. Diese Zuflüsse waren in der Vergangenheit eine Stütze des Aktienmarktes und wurden mit dem Akronym TINA („There Is No Alternative“) popularisiert.

Der Rückenwind relativer Attraktivität von Aktien gegenüber Anleihen legte sich 2022 allerdings – zum einen, weil die Notenbanken zur Inflationsbekämpfung das Zinsniveau rasant angehoben haben (und weiter anheben werden) und zum anderen, weil die Risikoprämien zuletzt wieder deutlich gestiegen sind. 10-jährige US-Staatsanleihen werden mittlerweile wieder über 4 % gehandelt und BBB-US-Unternehmensanleihen bieten eine Rendite von rund 6,2 %. Letztere sind also an den erwarteten Gewinnrenditen des S&P 500 vorbeigezogen.

Zugegeben: Das ist eine reine US-Betrachtung und der europäische Renditevergleich sieht beispielsweise anders aus. Trotzdem ist die Tendenz klar. Aktien verlieren ihren jahrelangen Status der Alternativlosigkeit und Anleihen dürfte in der Multi-Asset-Allokation institutioneller Investoren wieder eine größere Bedeutung zukommen – dank TARA („There Are Reasonable Alternatives“).

Autor:
Philip Bold
Portfolio Manager

 

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