Kapitalmarkt vs. Garantie
Die Erfahrungen mit der Riester-Rente haben gezeigt, dass Garantiezusagen ihren Preis haben: Bei der Riester-Rente muss der Anbieter die Einzahlungen und die Zulagen zum Zeitpunkt des Renteneintritts zu 100 % garantieren. Um diese Beitragsgarantie zu erfüllen, müssen die Anbieter einen großen Teil der Beiträge konservativ anlegen. Als sicherheitsorientierte Anlagen wie Renten, Tages- und Festgelder keine Zinsen und Erträge mehr brachten und das Zinsniveau sogar negativ wurde, hatten es die Anbieter zunehmend schwer, die Garantien überhaupt einzuhalten, geschweige denn eine Rendite zu erwirtschaften. Dadurch blieben viele Garantieverträge wie die Riester-Rente deutlich hinter den langfristigen Renditen der Aktienmärkte zurück. Oftmals können die Erträge aus konservativen Anlagen auf Dauer nicht einmal den Kaufkraftverlust (Inflation) ausgleichen. Das führte häufig zu enttäuschenden Ergebnissen.
Mit dem Altersvorsorgedepot befreit die Bundesregierung die Anbieter vom Zwang zu Beitragsgarantien. Dadurch können Beiträge und Zulagen flexibel investiert werden. So können die Chancen der Kapitalmärkte besser genutzt werden, denn Aktieninvestments zählen langfristig zu den ertragsstärksten Anlageklassen. Aktienfonds und ETFs können die Risiken dabei auch ohne Garantie steuern: Sie ermöglichen eine Risikoreduzierung durch breite Streuung über viele Regionen und Unternehmen. Über lange Zeiträume können auch der Zinseszinseffekt sowie der Cost-Average-Effekt zu einem erfolgreichen Vermögensaufbau beitragen.