Renditechancen im Altersvorsorgedepot vs. Riester-Rente

FondsSuperMarkt

Anleger, die bereits einen Riester-Fondssparplan für die Altersvorsorge besparen, bekommen ab 2027 die Chance, diesen in ein neues Altersvorsorgedepot zu überführen. Dadurch, dass der Anbieter im Altersvorsorgedepot keine Beitragsgarantie mehr erfüllen muss, sind deutlich attraktivere Renditen möglich.

Warum das so ist und wieviel Mehrertrag das bringen kann, erklären wir im Folgenden.

Kapitalmarkt vs. Garantie

Die Erfahrungen mit der Riester-Rente haben gezeigt, dass Garantiezusagen ihren Preis haben: Bei der Riester-Rente muss der Anbieter die Einzahlungen und die Zulagen zum Zeitpunkt des Renteneintritts zu 100 % garantieren. Um diese Beitragsgarantie zu erfüllen, müssen die Anbieter einen großen Teil der Beiträge konservativ anlegen. Als sicherheitsorientierte Anlagen wie Renten, Tages- und Festgelder keine Zinsen und Erträge mehr brachten und das Zinsniveau sogar negativ wurde, hatten es die Anbieter zunehmend schwer, die Garantien überhaupt einzuhalten, geschweige denn eine Rendite zu erwirtschaften. Dadurch blieben viele Garantieverträge wie die Riester-Rente deutlich hinter den langfristigen Renditen der Aktienmärkte zurück. Oftmals können die Erträge aus konservativen Anlagen auf Dauer nicht einmal den Kaufkraftverlust (Inflation) ausgleichen. Das führte häufig zu enttäuschenden Ergebnissen. 

Mit dem Altersvorsorgedepot befreit die Bundesregierung die Anbieter vom Zwang zu Beitragsgarantien. Dadurch können Beiträge und Zulagen flexibel investiert werden. So können die Chancen der Kapitalmärkte besser genutzt werden, denn Aktieninvestments zählen langfristig zu den ertragsstärksten Anlageklassen. Aktienfonds und ETFs können die Risiken dabei  auch ohne Garantie steuern: Sie ermöglichen eine Risikoreduzierung durch breite Streuung über viele Regionen und Unternehmen. Über lange Zeiträume können auch der Zinseszinseffekt sowie der Cost-Average-Effekt zu einem erfolgreichen Vermögensaufbau beitragen.

Beurteilung von Vorsorgeexperten

  • „Das Gesetz macht Schluss mit dem Zwang zu Beitragsgarantien und lebenslanger Verrentung. Damit eröffnet das neue Altersvorsorgedepot den Sparern höhere Renditechancen als die Riester-Rente.“
    Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI (Bundesverband Investment und Asset Management e. V.)
     
  • „Mehr Flexibilität, bessere Renditechancen und der Verzicht auf starre Garantievorgaben sind zentrale Voraussetzungen, um die private Altersvorsorge zukunftsfähig zu machen."
    Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand AfW (Bundesverband Finanzdienstleistung e. V.)
     

Altersvorsorgedepot ohne Garantie sinnvoll?

Den meisten Anlegern bleiben noch mehrere Jahre bis zur Rente. Daher kann ein Verzicht auf eine Kapitalgarantie meist sinnvoll sein und zu einem höheren Vermögen für den Ruhestand führen. 

Der Grund ist einfach: Eine Beitragsgarantie kostet Rendite. Ohne Beitragsgarantie kann das Geld dagegen flexibel am Kapitalmarkt angelegt werden, zum Beispiel in Investmentfonds und ETFs. Dadurch schwankt der Wert zwar zwischenzeitlich, doch über die Jahre steigen die Renditechancen. Gerade bei längeren Laufzeiten gleichen sich kurzfristige Kursschwankungen häufig aus. Betrachtet man beispielsweise den Zeitraum der letzten 3 Jahre, entwickelten sich weltweite Aktien aus allen möglichen Branchen trotz Kriegen und Krisen positiv:

Am Beispiel des globalen Aktienindexes FTSE All-World (49 Länder, rd. 4.200 Unternehmen), Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse, Stand 09.07.2026


Beispielrechnung

So groß kann der Renditeunterschied zwischen Altersvorsorgedepot und Garantieprodukt werden:

 

Altersvorsorgedepot
(Fonds & ETFs)

Garantieprodukt

Monatliche Einzahlung (ohne Zulagen*)100 €100 €
Angenommene durchschnittliche Rendite p.a.6 %1 %

Nach 10 Jahren

• eingezahlte Beträge
• Altersvorsorgekapital (ohne Zulagen*)

• Renditeunterschied (ohne Zulagen*)

 

12.000 €
16.326 €

+3.703 €

 

12.000 €
12.623 €

 

Nach 20 Jahren

• eingezahlte Beträge
• Altersvorsorgekapital (ohne Zulagen*)

• Renditeunterschied (ohne Zulagen*)

 

24.000 €
45.565 €

+ 18.999 €

 

24.000 €
26.566 €

 

Nach 30 Jahren

• eingezahlte Beträge
• Altersvorsorgekapital (ohne Zulagen*)

• Renditeunterschied (ohne Zulagen*)

 

36.000 €
97.926 €

+ 55.958 €

 

36.000 €
41.968 €

 

* Die jährliche anteilige Grundzulage von 390 € ist nicht berücksichtigt. Da auch die Zulagen Rendite erwirtschaftet, fallen Endkapital und  Renditeunterschied tatsächlich sogar noch höher aus. Berechnet mit dem Sparplan-Rechner.

Fazit: Von Riester ins Altersvorsorgedepot wechseln?

  • Kein Wechsel → Garantie bleibt bestehen, aber geringe Renditechancen
  • Ins Altersvorsorgedepot wechseln → Garantie verfällt und Wertschwankungen möglich, dafür langfristig bessere Renditechancen

Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt von diesen Faktoren ab:

  • Ausgestaltung des bestehenden Riester-Sparplans
  • persönliches Sicherheitsbedürfnis
  • Anlagedauer bis zur Rente

Zusammenfassend kann man aber sagen: Je länger der Zeitraum bis zur Rente, desto vorteilhafter kann ein Wechsel sein.

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Rechtlicher Hinweis: Die bereitgestellten Informationen stellen keine Empfehlungen dar und dienen nicht der Anlageberatung. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.